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13.11.2020

Jugendthemen in den Fokus der Gesellschaft rücken

Forschung

Hochschule Kempten und Jade Hochschule Wilhelmshaven bilden interdiszipli-näres Forschungsteam

Mit dem Ziel, den Einfluss der Jugend zu stärken, haben sich die Hochschule Kempten und die Jade Hochschule in Wilhelmshaven zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt zusammengeschlossen: Das Projekt „Jugend leben im ländlichen Raum“, kurz genannt „Jul@“, will Jugendthemen in die Mitte der Gesellschaft rücken und sie gemeinsam mit Politik und Öffentlichkeit diskutieren. Ob in Barcamps am Rande von Konzerten, im Onlineforum oder auf dem Marktplatz – schon die Formate wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Jugendlichen sowie Praxispartnerinnen und -partnern in den Modellregionen Friesland, Ober- und Ostallgäu entwickeln.

„Als ländlich geprägte Tourismusregionen sind die drei Landkreise in besonderem Maße vom demografischen Wandel betroffen“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Patricia Pfeil von der Hochschule Kempten. Während Jugendliche in die Stadt abwandern, zögen Stammgäste im Alter bevorzugt an den langjährigen Urlaubsort. Berechnungen der Bertelsmann Stiftung zufolge ist in Friesland in zehn Jahren jeder dritte Einwohner älter als 65 Jahre, während der Anteil der Unter-18-Jährigen auf 14,5 Prozent schrumpft. Im Allgäu ist die Tendenz ähnlich.

Das Projekt „Jul@“ sucht nach Wegen, wie Jugendliche dort trotz sinkender Anzahl ihre Zukunft aktiv mitgestalten können. In der Zusammenarbeit aus Sozialwissenschaft, Jugendarbeit, Journalismus und Informatik wollen die beiden Hochschulen gemeinsam mit haupt- und nebenberuflich tätigen Expertinnen und Experten für Jugendthemen analoge und digitale Beteiligungsinstrumente entwickeln und diese in den Modellregionen einsetzen.
„Ein wesentlicher Baustein ist dabei die Kombination von Online- und Offline-Formaten zur Unterstützung der gesellschaftlichen Teilhabe“, wie Prof. Dr. Michael Klafft, Teilprojektleiter an der Jade Hochschule, erläutert. So wird im Rahmen von „Jul@“ eine App entwickelt, die auch diejenigen Jugendlichen zur Beteiligung einladen soll, die bisher keine Teilhabechancen wahrnehmen.
Die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts ist die breite Verankerung in der Gesellschaft. Aktuell arbeiten die Netzwerkbeauftragten daher mit Hochdruck daran, Kontakte, Bedürfnisse, Expertise und auch schon die ersten Ideen zusammenzutragen. Ansprechpartner für das Netzwerk aus Experten und Expertinnen zu Jugendthemen für das Ober- und Ostallgäu ist Thomas Miller (jul(at)hs-kempten.de).

Das Forschungsprojekt „Jugend leben im ländlichen Raum – analog(e) und digital(e) Zukunft gestalten (Jul@)“ wird für die Laufzeit vom 1. August 2020 bis 31. Juli 2024 gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Forschungsprogramm „Forschung an Fachhochschulen“ in der Förderrichtlinie „Lebensqualität durch soziale Innovationen (FH-Sozial)“.
„Jul@“ ist angegliedert am neuen Kompetenzzentrum für empirische Jugendarbeits- und Sozialforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Nick und Prof. Dr. Patricia Pfeil. Ansprechperson für das Projekt ist Micha Jung, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektkoordination (micha.jung(at)hs-kempten.de).

Foto: Das Team des „Jul@“-Projekts v. l. n. r.: Prof. Dr. Michael Klafft (Jade Hochschule), Micha Jung (Hochschule Kempten), Alice Düwel (Hochschule Kempten), Dustin Schneider (Jade Hochschule), Prof. Dr. Peter Nick (Hochschule Kempten), Prof. Dr. Patricia Pfeil (Hochschule Kempten), Thomas Miller (Hoch-schule Kempten). Bildnachweis: Hochschule Kempten

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