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Modellregion Inklusion Kempten (M!K)

Das Forschungsprojekt „Modellregion Inklusion Kempten (M!K)“ der Hochschule Kempten, Fakultät Soziales und Gesundheit, (Prof. Dr. Ursula Müller, Prof. Dr. Patricia Pfeil) fokussiert die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen von Inklusion in der außerschulischen Versorgung von Kindern und jungen Menschen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Analyse der sozialräumlichen Gestaltung und der inklusiven Vernetzung von Akteur*innen der Kinder- und Jugendhilfe untereinander, mit schulischen Einrichtungen sowie mit weiteren Institutionen im Sozialraum.

Wie kann schulische und außerschulische Inklusion innerhalb einer Modellregion gelingen? Um diese Frage zu beantworten, nimmt die Begleitforschung eine sozialräumliche Perspektive (Deinet 2009, Hinte/Treeß 2014) ein und orientiert sich am Konzept der Lebenswelt (Schütz 2003, Theunissen 2012, Thiersch 2015): Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um Inklusion nicht an der Schultür enden zu lassen? Und schließlich: Was können und müssen Akteur*innen der Kinder- und Jugendhilfe und weitere Sozialleistungsträger leisten, um über ein inklusives Schulsystem hinaus eine inklusive Lebenswelt für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu schaffen? Mithilfe der qualitativen Netzwerkforschung (Hollstein/Straus 2006) sollen diese Aspekte näher beleuchtet und aufbereitet werden.

Das Projekt nimmt damit drei Strukturebenen in den Blick:
die Individualebene der Kinder und jungen Menschen, die Ebene der außerschulischen Akteur*innen, vermittelt über die Einrichtungen der Kinder- und Jugend- sowie der Eingliederungshilfe, und schließlich den gesamten Sozialraum, der die unterschiedlichen institutionellen Akteur*innen einschließt.

Die Stadt Kempten bietet mit dem von der Staatsregierung geförderten Projekt „Modellregion Inklusion Kempten“ beste Voraussetzungen diese Fragen, u. a. aus wissenschaftlicher Perspektive, umfassend zu beantworten: Die nötigen Qualitätsanforderungen, die Schule leisten muss, können erfasst und erprobt sowie zu den Angeboten im Sozialraum in Bezug gesetzt und geöffnet werden (Teilprojekt A). Teilprojekt B befasst sich mit der Frage, welche Anforderungen, Bedarfe und Möglichkeiten im Hinblick auf die Kinder- und Jugendhilfe und andere relevante Akteur*innen des Sozialraums bestehen. In diesem Setting besonders wichtig und aus wissenschaftlicher Perspektive neu ist, dass die Fragestellung der schulischen Inklusion nicht mehr allein auf die Schule als einzige Akteurin gerichtet ist. Vielmehr öffnet sich das Feld zum Sozialraum und den relevanten weiteren Institutionen und Organisationen hin, um passgenaue Angebote zu entwickeln sowie Möglichkeiten und Grenzen sozialräumlich orientierter Inklusion aufzuzeigen.

DEINET, ULRICH ET AL. (Hrsg.): Methodenbuch Sozialraum, Wiesbaden: Springer VS, 2009.
HINTE, WOLFGANG/TREEß, HELGA: Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe: Theoretische Grundlagen, Handlungsprinzipien und Praxisbeispiele einer kooperativen-integrativen Pädagogik, 3. Auflage, Weinheim: Beltz Juventa. 2014.
HOLLSTEIN, BETINA/STRAUS, FLORIAN (Hrsg.): Qualitative Netzwerksanalyse. Konzepte, Methoden, Anwendungen, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2006.
SCHÜTZ, ALFRED: Theorie der Lebenswelt. Konstanz: UVK, 2003.
THEUNISSEN, GEORG: Lebensweltbezogene Behindertenarbeit und Sozialraum-orientierung. Freiburg im Breisgau: Lambertus 2012.
THIERSCH, HANS: Soziale Arbeit und Lebensweltorientierung: Handlungskompetenz und Arbeitsfelder. Gesammelte Aufsätze Band 2, Weinheim: Beltz Juventa 2015.

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