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Projektkontext

Am 9.6.2016 beschloss der Kemptener Stadtrat den Kommunalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) mit dem Titel „Miteinander inklusiv Kempten (MIK)“. Während des Entstehungsprozesses des Aktionsplans zeigte sich bereits das breite Interesse aller Verantwortlichen am Thema „Inklusion in der Kommune“, insbesondere in der Eingliederungshilfe. Mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 wurde die Stadt Kempten als inklusive Modellregion vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und somit die intensive Kooperation zwischen verschiedenen Schulformen in den vergangenen Jahren und die Entwicklung des Profils Inklusion an derzeit neun Kemptener Schulen anerkannt. Außerdem wird damit die bereits bestehende intensive Kooperation zwischen der Kommune, der Kinder- und Jugendhilfe, der Jugendarbeit sowie weiteren sozialen Diensten in Kempten hervorgehoben. Die Beratungsstelle Inklusion, die beim Schulamt der Stadt Kempten angesiedelt ist, fungiert beispielsweise als Bindeglied für zahlreiche bestehende Beratungssysteme und übernimmt somit bereits eine wichtige Vernetzungsfunktion. Das Projekt „Modellregion Inklusion Kempten (M!K)“ soll helfen, Zugänge zur Inklusion in das Gemeinwesen (vgl. Beck 2016) aufzuzeigen und somit zur Weiterentwicklung der inklusiven Strukturen im Sinne flächendeckender Modelle in Bayern beitragen (vgl. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V./ Berufs- und Fachverband Heilpädagogik e.V. 2015; Hartwig/Kronenberg 2014).

Der Prozess der sozialräumlichen Vernetzung von Bildungsinstitutionen wie Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie weiteren Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich der Jugendarbeit, in der inklusiven Modellregion Kempten soll ebenfalls wissenschaftlich begleitet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei, im Sinne eines engen Inklusionsverständnisses, zunächst Kinder und junge Menschen mit Behinderung   (bis zum Alter von 21 Jahren), da diese Gruppe in ihren Teilhabe- und Selbstbestimmungsmöglichkeiten im Sinne des Leitbildes der Inklusion besonders gestärkt werden muss. Dazu ist insbesondere die Vernetzung und Intensivierung der Kooperation bereits vorhandener Bildungs- und Betreuungsangebote erforderlich. Durch eine Verstärkung des institutionellen Miteinanders in Kempten sollen Synergieeffekte entstehen, die es ermöglichen, die Qualität der vorhandenen Angebote weiterzuentwickeln und zugleich die vorhandenen Ressourcen intelligent zu steuern. Die wissenschaftliche Begleitung strebt die Darstellung einer institutionsübergreifender Perspektive an, die es ermöglicht, die notwendigen Rahmenbedingungen für das Gelingen schulischer und außerschulischer Inklusion in den Blick zu nehmen. Einerseits ist es grundlegend, inklusive Schule zu fördern und die Faktoren für gelingende schulische Inklusion festzuhalten, andererseits erfordert deren Umsetzung und Annahme durch die Eltern und die Gesellschaft die Möglichkeiten einer außerschulischen Inklusion. Die Ausweitung der Inklusion auf weitere Dimensionen von Heterogenität und Diversität wird für die Zukunft angestrebt.

BECK, IRIS (Hrsg.): Inklusion im Gemeinwesen. Stuttgart: Kohlhammer, 2016.
DEUTSCHER VEREIN FÜR ÖFFENTLICHE UND PRIVATE FÜRSORGE E.V./ BERUFS- UND FACHVERBAND HEILPÄDAGOGIK E.V. (Hrsg.): Inklusion und Heilpädagogik. Kompetenz für ein teilhabeorientiertes Gemeinweisen. Berlin: Verlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V., 2015.
HARTWIG, JÜRGEN/ KRONEBERG, DIRK WILLEM (Hrsg.): Inklusion – Chance und Herausforderung für Kommunen. Berlin: Verlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V., 2014.

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