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27.05.2020

OmniE soll Potenziale ermitteln

Hochschule Kempten entwickelt zusammen mit Projektpartnern Analyse-Tool

Anfang des Jahres startete das Forschungsprojekt „OmniE – IKT Tool zur System- und Flottenanalyse für Elektro-Omnibusse“. Neben der Hochschule Kempten sind die Projektpartner monalysis GmbH, EnergieNetz Mitte GmbH, Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH sowie die Regionalmanagement Nordhessen GmbH daran beteiligt.

Als die Europäische Union im Jahr 2019 die „Clean Vehicles Directive“ verabschiedete, erhöhte sie den Druck auf die ÖPNV-Unternehmen, ihre Fuhrparks zumindest teilweise auf Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien umzustellen. Das herstellerunabhängige Analysetool OmniE soll künftig Auskunft geben und den Busflottenbetreibern in ganz Europa Substitutions-Szenarien aufzeigen. Die ÖPNV-Betreiber erhalten aussagekräftige Daten zu Kostenstrukturen, CO2-Einsparungen und individuellen Ladekonzepten inklusive Informationen zur möglichen Konfiguration, Standort und Energieversorgung der Ladeinfrastruktur. Auf dieser Basis können sie leichter entscheiden, in welchem Umfang eine Umstellung für ihren Betrieb erfolgen kann.

Prof. Dr.-Ing. Andreas Rupp, Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer der Hochschule Kempten, sieht in dem Projekt eine große Chance, die an der Hochschule Kempten entwickelten innovativen Konzepte für energetische Betrachtung und Simulation der Busse einzubringen. Dabei erfassen speziell entwickelte Datenloggern diverse Messwerte, wie zum Beispiel das Bewegungsprofil sowie die aktuelle Anzahl der beförderten Personen unter anderem in den Linienbussen. Diese Daten sollen sowohl mit Höheninformationen als auch Umgebungsparametern angereichert werden, um das entwickelte Energiemodell zu verbessern.

Die monalysis GmbH, eine Ausgründung aus der Hochschule Kempten, koordiniert das Projekt und entwickelt ein Webtool, welches später beliebigen anderen Flottenbetreibern helfen kann, den Umstieg auf CO2 sparende Fahrzeuge zu erleichtern. „So können wir einerseits das Fehlinvestitionsrisiko verringern und andererseits die Akzeptanz für diese neue Technologie steigern“, erklärt Benedikt Mundl, Projektleiter der monalysis GmbH. ÖPNV-Betreiber erhielten deutlich mehr Sicherheit bei der Umstellung ihrer Busflotten.

Die Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH wird das Analysetool erstmals für ihre Busflotte anwenden und erhofft sich durch das Projekt eine umfangreiche Unterstützung bei der Umstellung auf Elektroantriebe. „In Göttingen ist das Ziel, den ÖPNV bis zum Jahr 2030 auf Elektrobusse umzustellen und so einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, sagt Thomas Zimmermann, Betriebsleiter der Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH. Das bedeute eine große Herausforderung mit enorm hohem Kostenaufwand. „Ohne das Analysetool, das im Projekt OmniE realisiert werden soll und uns alle wichtigen Faktoren für eine Umstellung aufzeigt, wäre das nicht möglich“, so Zimmermann.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für drei Jahre mit 1,5 Millionen Euro gefördert.

Bildunterschrift: Ein moderner Elektro-Hybridbus der Göttinger Verkehrsbetriebe. Bis zum Jahr 2030 soll der Busbetrieb in ganz Göttingen elektrifiziert wer-den. Foto: Göttinger Verkehrsbetriebe

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