Das Institut für Gesundheit und Generationen (IGG) forscht zu sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen im gesellschaftlichen und digitalen Wandel. Durch interdisziplinäre und praxisnahe Vernetzung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene fördern wir seit unserer Gründung im Jahr 2019 Austausch, Perspektivenvielfalt und die gemeinsame Bearbeitung komplexer Fragestellungen im Sozial- und Gesundheitswesen.
Unsere Forschungs- und Entwicklungsthemen:
Versorgung im Alter
Wir erforschen, wie sich Versorgung im Alter unter den Bedingungen gesellschaftlichen und digitalen Wandels gestaltet. Im Fokus stehen organisationale Strukturen, Zugänge zu Angeboten sowie das Erleben und Handeln älterer Menschen in unterschiedlichen Versorgungskontexten.
Gesundheitsförderung und Prävention
Wir untersuchen mit Blick auf unterschiedliche Generationen und Lebensphasen Gesundheitsförderung und Prävention als soziale und organisationale Herausforderungen. Analysiert werden Rahmenbedingungen, Kommunikationsprozesse und psychosoziale Faktoren, die Einfluss auf Nutzung, Wirkung und Wahrnehmung präventiver Angebote haben.
Digitale Kommunikation, KI und Kompetenz
Im neu hinzugekommenen Schwerpunktbereich analysieren wir digitale Kommunikation und KI-Nutzung im Sozial- und Gesundheitswesen sowie in weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Wir untersuchen die Auswirkungen auf Individuen, Organisationen und Gesellschaft mit dem Ziel, präventive Angebote zu entwickeln.
Unsere Schlüsselkompetenzen:
Angewandte empirische Sozialforschung
Wir nutzen qualitative und quantitative Methoden, um soziale und gesundheitliche Herausforderungen systematisch zu analysieren. Empirische Sozialforschung bildet die Grundlage für Erkenntnisgewinn, Theorieentwicklung und die fundierte Einordnung gesellschaftlicher Transformationsprozesse, um daraus praxisrelevantes und handlungsorientiertes Wissen verfügbar zu machen.
Wissenschaftlich fundierte Praxisgestaltung
Wir analysieren, begleiten und evaluieren Planungs-, Organisations- und Entwicklungsprozesse im Sozial- und Gesundheitswesen. Dies umfasst unter anderem die Entwicklung von Konzepten in Kooperation mit sozialen Einrichtungen und Kommunen, die Organisation von Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie die konzeptionelle Gestaltung von Kommunikations- und Veranstaltungsformaten.
Vertiefte Lehre
In Kooperation mit der Fakultät Soziales und Gesundheit bieten wir Angebote der vertieften Lehre an. Dabei werden Studierende aktiv in Transfer- und Forschungsprojekten eingebunden und erweitern ihre Kompetenzen anhand aktueller sozialer und gesundheitlicher Fragestellungen.
Das IGG in Zahlen und Fakten

Ziel des Projekts Augusta ist es, auf der Makroebene bestehende Rahmenbedingungen und Trägerstrukturen sowie auf der Mikroebene die in AUA Tätigen und ihre Bedürfnisse näher zu charakterisieren. Darauf basierend wird ein Policy Paper mit Handlungsempfehlungen für zuständige Ministerien auf Länderebene, ausführende Verwaltungseinheiten und Beratungsstellen sowie Träger von AUA formuliert. Zum anderen wird gemeinsam mit den Trägern von AUA in einem co-kreativen Prozess eine digitale Plattform entwickelt, welche die in AUA Tätigen mit Vernetzung, Qualifizierung und Supervision unterstützt. Ein Transferkonzept greift die Bedürfnisse der in AUA Tätigen und die Bedarfe der Träger von AUA auf und ermöglicht eine praktikable sowie wirksame Umsetzung.
Das Projekt Augusta wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt in einer gemeinsamen Initiative mit der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz im Rahmen des Förderprogramms „HAW-ForschungsPraxis 2024“ (Förderkennzeichen 13HAW21PX4) gefördert. Daran beteiligt sind seitens der Hochschule Kempten neben dem IGG, auch das JaSo sowie das BZPD.
Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier.
Seit 2023 initiiert der Verein Soziale Landwirtschaft Bayern e.V. das Angebot der sog. Auszeithöfe, die im Rahmen stundenweiser Betreuungsangebote insbesondere hochbetagten Menschen mit Unterstützungsbedarf und Menschen mit Demenz eine ressourcenorientierte Teilhabe am bäuerlichen Alltag und damit einen Zugang zu sinnstiftenden und naturnahen Erlebnissen im geschützten Raum eines landwirtschaftlichen Betriebes ermöglichen.
Zur fachlichen, strukturellen und strategischen Weiterentwicklung der Auszeithöfe in Bayern entsteht im Rahmen des an der Hochschule Kempten angesiedelten und vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention bis September 2028 geförderten Projekts "Koordinierungsstelle Auszeithöfe" eine Koordinierungsstelle.
Zentrale Aufgabe der Koordinierungsstelle ist es, die Weiterentwicklung des Angebots der Auszeithöfe in Bayern hinsichtlich der Konzeptentwicklung, Angebotsgestaltung und Finanzierung zu steuern sowie entsprechende Schulungs- und Beratungsangebote zu entwickeln und durchzuführen. Ein weiterer Fokus liegt auf der strategischen Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit und professionellen Kommunikationsgestaltung, um den Bekanntheitsgrad der Auszeithöfe zu steigern und die gesellschaftliche Wahrnehmung sozialer Landwirtschaft zu fördern.
WEITERE INFORMATIONEN ZUM PROJEKT und zur koordinierungsstelle
Der gemeinnützige Verein Phoenix Freising e.V. eröffnet im Frühjahr 2025 mit finanzieller Unterstützung durch die Bayerische Staatsregierung einer Begegnungsstätte für Betroffene nach Schlaganfall (Apoplex; Hirninsult) oder anderen Ereignissen mit Hirnschädigungen und damit verbundener Störungen und Ausfällen verschiedener kognitiver Fähigkeiten und Körperfunktionen. Mit dieser Begegnungsstätte soll ein strukturiertes, alltagsentlastendes Angebot entstehen, in welchem auch rehabilitativ-therapeutische Leistungen stattfinden können.
Im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention geförderten Projekts "Phoenix" übernimmt die Hochschule Kempten bis September 2027 die wissenschaftliche Begleitung. Zielsetzung dieser ist es, das Modellprojekt Phoenix-Oase in der Aufbauphase mit dem Fokus der Funktionsfähigkeit, der leistungsrechtlichen Einordnung sowie der Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit zu begleiten und die Wirksamkeit zu evaluieren. Von besonderem Interesse ist ferner ein Erkenntnisgewinn hinsichtlich der Übertragbarkeit des Modellprojekts auf andere Städte und Regionen.

Astra plus ist ein Gesundheitsförderungsprogramm für Pflegeschulen, Pflegeauszubildende und Praxiseinrichtungen. Es wird vom Deutschen Netzwerk rauchfreier Krankenhäuser in Berlin bundesweit koordiniert.
Angesichts einer hohen Stressbelastung und überdurchschnittlichen Raucherquote in der Pflege in Ausbildung und Beruf ist das Ziel des Programms, eine professionelle Gesundheitskompetenz bei Pflegeauszubildenden aufzubauen. Geschulte Trainerinnen und Trainer bearbeiten mit den Schulen und den Pflegeauszubildenden in sieben Modulen Inhalte und Strategien zu gesundem Lebensstil, aktiver Stressbewältigung und Rauchstopp. Dabei geht es um ihr eigenes Verhalten aber ebenso um den Aufbau gesunder Rahmenbedingungen in Schule und Praxis. Durch die Vermittlung von Raucherberatungskompetenzen sollen die zukünftig Pflegenden zudem selbst zu Akteuren und Multiplikatoren einer gesamtgesellschaftlichen Reduktion des Tabakkonsums werden.
Projektpartner sind neben der Hochschule Kempten die Hochschulen Hannover und Esslingen, das IFT München, rauchfrei plus, PA-TRES sowie die DAK-Gesundheit. Letztere fördert das Programm auf der Grundlage von §20b im Präventionsgesetz.
Das IGG übernimmt seit 2023 als Transferprojekt die Evaluation des Programms im Projekt „aQuaE astra plus - Qualitätsmanagement und Evaluation“ (Leitung Frau Prof. Dr. Anneke Bühler). Das Evaluationskonzept wurde überarbeitet. Ein digital gestütztes Management der Daten wird aufgesetzt. Der zukünftige Einsatz von Evaluationsinstrumenten in leicht verständlicher Sprache für Menschen mit nichtdeutscher Muttersprache wird beforscht. Die Auswertung der Routine-Daten und der anschließende Transferprozess dient der Programmweiterentwicklung. Vertiefende Auswertungen beleuchten ausgewählte Themen wie z. B. Zusammenhang zwischen Pausenkultur und Gesundheitsverhalten und werden publiziert.

Cannabiserfahrung hat heute etwa jeder zehnte Teenager und etwa die Hälfte der jungen Erwachsenen in Deutschland. Mit der Legalisierung des Konsums für Erwachsene wird ein weiterer Anstieg von Konsumerfahrung und deren potenziellen negativen Folgen erwartet. Das Projekt „Cannapeer – Cannabisprävention an Bayerischen Berufsschulen sowie Hochschulen und Universitäten: Entwicklung eines Peer-to-peer Ansatzes“, gefördert durch das Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, soll die Bemühungen zur Cannabisprävention an bayerischen Schulen ergänzen und gezielt eine geeignete Präventionsstrategie für ältere Schülerinnen und Schüler sowie Studierende schaffen.
Als einer der Pilotstandorte beteiligt sich die Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten in Kooperation mit dem LRA Oberallgäu noch bis Ende 2025 an diesem Modellprojekt. Die Projektleitung liegt bei Frau Prof. Dr. Bühler, die Projektkoordination übernimmt Frau Dr. Müller. Weitere Pilotstandorte sind die Otto-Friedrich-Universität Bamberg und die Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Als zentrale Kooperationspartner fungieren das Bayerische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie das Institut für Therapieforschung (IFT).
Ziel ist es, Nicht-Konsumierende darin zu stärken, abstinent zu bleiben sowie Konsumierende anzuregen, ihren Konsum zu reflektieren und ggf. zu beenden oder durch Maßnahmen der Harm-Reduction verantwortungsvoller zu gestalten. Dabei spielen eine sachliche Grundhaltung, Kommunikation auf Augenhöhe und ansprechende Aktionen eine wichtige Rolle.
So führten die Peers, die für das Projekt eigens geschult wurden, bereits Workshops in den Berufsschulen und an der Hochschule durch, entwickelten ein eigenes Logo, ein Brettspiel im „Wer wird Millionär?“-Stil („Cannabillionär“) sowie Info-Postkarten, nahmen einen Podcast auf und veranstalteten Filme- und Spielabende. So soll das Projekt auch letztlich zu einem erfolgreichen Studium oder einer erfolgreichen Ausbildung beitragen. Flankierend werden Netzwerktreffen mit den Kooperationspartnerinnen an den Berufsschulen sowie den Akteuren der Cannabisprävention in Kempten veranstaltet, die zur Vernetzung und nachhaltigen Implementation des Projekts beitragen sollen.
Für das kommende Semester ist die Durchführung von weiteren Workshops an Hochschule und Berufsschulen sowie ein Instagram-Account geplant. Daneben soll eine interaktive Aktion mit größerer Reichweite an den Berufsschulen stattfinden.
Weitere Infos finden Sie auch unter:
Im Projekt BeStärken+ wird der Frage nachgegangen, wie die Lebensqualität von zu Hause lebenden Pflegebedürftigen gestärkt und deren Selbstständigkeit durch ehrenamtliche und hauptamtliche Alltagsbegleitungen gefördert werden kann. Der Fokus des Vorhabens liegt in der Qualitätsverbesserung der bestehenden Versorgung von Pflegebedürftigen. Alltagsbegleitende sollen in die Lage versetzt werden, evidenzbasierte, gesundheitsfördernde Interventionen mit Pflegebedürftigen in deren Zuhause umzusetzen. Darunter etwa Aktivitäten aus den Bereichen Bewegung, Wohlbefinden und Soziales. Ziel ist es, die Interventionen passgenau auf die Bedürfnisse älterer Menschen im häuslichen Umfeld abzustimmen. Neben Aktivitäten zur körperlichen Stärkung, werden auch ernährungsbezogene Elemente berücksichtigt.
Alltagsbegleitende sollen im Rahmen einer speziellen BeStärken+ Fortbildung auf diese förderlichen Aktivitäten vorbereitet werden, die sie anschließend in ihre bisherigen Tätigkeiten integrieren können. Zur Bewertung der Praktikabilität und Machbarkeit der Interventionen werden Befragungen durchgeführt. Diese Befragungen sollen Erkenntnisse über den gewünschten Umfang und die Qualität der Fortbildungen, die Akzeptanz der Interventionen seitens der Beteiligten sowie Herausforderungen bei der Umsetzung liefern. Ein Pre-Post-Test Design mit Erhebungen vor und nach der Umsetzung von BeStärken+ soll zudem erste Hinweise zur Wirksamkeit von körperbezogenen und psychosozialen Aktivitäten bei Pflegebedürftigen ermöglichen.
Das Projekt wird in Kooperation mit der AOK Bayern durchgeführt und vom GKV-Spitzenverband im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung nach § 8 Abs. 3 SGB XI von Oktober 2023 bis März 2027 gefördert.
Kontakt:
Dr. Monika Pauls
Tel. 0831 2523-9227
monika.pauls@hs-kempten.de

Die regionale Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben nahm am 1. Juli 2020 als Projekt des Instituts für Gesundheit und Generationen (IGG) unter der Trägerschaft der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten ihre Arbeit auf. Aufgrund einer internen Umstrukturierung ist sie seit 01.01.2026 direkt an die Fakultät Soziales und Gesundheit der Hochschule Kempten angegliedert. Der enge fachliche Austausch und die kooperative Zusammenarbeit mit dem IGG bleiben weiterhin bestehen.

Im Juli 2021 hat das Institut für Gesundheit und Generationen (IGG) in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse mit der Initiierung des studentischen Gesundheitsmanagements „#studier di gsund“ an der Hochschule Kempten begonnen. Dies begrenzt sich zunächst auf die Fakultät Soziales und Gesundheit. Ziel der Zusammenarbeit ist die Integration von Gesundheit als Querschnittsthema in die Lehre und im alltäglichen Leben am Campus. Daneben sollen die Rahmenbedingungen an der Hochschule gesundheitsförderlich gestaltet und die Gesundheit sowie die Gesundheitskompetenz der Studierenden gefördert werden.
Bereits 2020 wurde vor dem eigentlichen Projektstart von Studierenden des Schwerpunktes Gesundheitsförderung und Prävention eine umfangreiche Bedarfsanalyse bei den Studierenden der Fakultät Soziales und Gesundheit durchgeführt. Die qualitativen und quantitativen Ergebnisse bilden nun die Grundlage für das weitere Vorgehen. Ein Steuerungskreis berät seit September 2021 über die konkrete Umsetzung entsprechender Maßnahmen. Eine Ausweitung des SGMs auf die gesamte Hochschule Kempten wird mittelfristig angestrebt.
Das Projekt Study Well wird unterstützt von der Techniker Krankenkasse und der AOK Bayern.
Kontakt:
Claudia Zucknik
Tel. 0831 2523-9652
claudia.zucknik(at)hs-kempten.de
SGM(at)hs-kempten.de
Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierte Bundesprogramm „Demokratie leben!“ hat zum Ziel, das zivilgesellschaftliche Miteinander in Deutschland zu fördern, die Demokratie zu stärken und Extremismus und Radikalisierung einzudämmen. Auf kommunaler Ebene werden im Rahmen von Partnerschaften für Demokratie lokale Projekte zur Demokratieförderung unterstützt.
Die Städte Kempten und Kaufbeuren beteiligen sich bereits seit einigen Jahren an diesem Bundesprogramm und fördern seither lokale Projekte etwa zur Demokratiebildung oder Antidiskriminierung. Nun wurde das IGG beauftragt, im Rahmen dieses Programms eine Situations- und Ressourcenanalyse zum Stand der Demokratie sowie zur Demokratieförderung in den beiden Städten durchzuführen. Mithilfe von Interviews, Workshops und Online-Befragungen wurde gezeigt, inwiefern Extremismus und demokratiefeindliche Strömungen auftreten und was es auch in Zukunft braucht, um die Demokratie lokal zu stärken.
Die beiden Projekte liefen von Mai bis September 2025.
Von Frühjahr 2023 bis Sommer 2024 arbeitete das IGG an einer systematischen Bestands-, Bedarfs- und Bedürfnisanalyse für die beiden allgäuer Gesundheitsregionen+. Auf Basis einer Bestandsanalyse der AOK Bayern wurden zunächst die drei Handlungsfelder Bewegung, Ernährung und psychische Gesundheit definiert. Bei einer systematischen Erhebung von Präventions- und Gesundheitsförderungsangeboten in den beiden Regionen wurden alle bestehenden Angebote im Rahmen einer Bestandsanalyse zusammengetragen. Anschließend untersuchten mehrere Studierendengruppen unter Mithilfe des IGG, welche Anforderungen ausgewählte Zielgruppen an entsprechende Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote stellen (Bedürfnisanalyse). Aus den Ergebnissen wurden Handlungsempfehlungen für die Gesundheitsregionen+ abgeleitet.
Das Projekt wurde auf Grundlage von §§ 20 und 20a SGB V durch die AOK Bayern im Rahmen des Förderprojekts „Gesunde Kommune“ gefördert.

Das IGG erarbeitete eine systematische Bestands-, Bedarfs- und Bedürfnisanalyse für die Gesundheitsregion+ Lindau. Auf Basis einer Bestandsanalyse der AOK Bayern wurden zunächst drei Handlungsfelder definiert. Es folgt eine systematische Erhebung von Präventions- und Gesundheitsförderungsangeboten im Landkreis Lindau im Rahmen einer Bestandsanalyse. Anschließend untersuchte das IGG, welche Anforderungen ausgewählte Zielgruppen an entsprechende Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote stellen (Bedürfnisanalyse). Ergänzt wurde das Projekt durch eine Masterarbeit, bei welcher repräsentativ die Gesundheitskompetenzen der Lindauer Bevölkerung analysiert wurden. Aus den Ergebnissen wurden Handlungsempfehlungen für die Gesundheitsregion+ in Lindau abgeleitet.
Die Ergebnisse wurden erstmalig im Gesundheitsforum im Herbst 2023 in Lindenberg öffentlich präsentiert.
Das Projekt wurde auf Grundlage von §§ 20 und 20a SGB V durch die AOK Bayern im Rahmen des Förderprojekts „Gesunde Kommune“ gefördert.
Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege erstellte das IGG ein Gutachten zur Fortentwicklung ambulanter Pflegedienste, welches im Sommer 2023 veröffentlicht wurde. Ziel ist es hiermit bessere Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege zu ermöglichen und Impulse zu setzen. Aufgrund der Steigenden Zahln an Pflegebedürftigen werden innovative Ideen benötigt, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Im Rahmen des Gutachtens wurden 28 Experteninterviews geführt und Pflegekräfte von sieben teilnehmenden Pflegediensten bei ihrer Arbeit begleitet. Dabei wurde der Frage nachgegangen: Mit welchen innovativen Möglichkeiten können ambulante Pflegedienste, unter den gegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen, Verbesserungen für Mitarbeitende und Pflegebedürftige erzielen?
Es wurde beispielsweise herausgearbeitet, dass eine zeitbezogene Abrechnung zu bevorzugen ist. Diese hat den großen Vorteil, dass Pflegekräfte bedürfnisorientierter und eigenständiger tätig werden können, da individuelle Absprachen zwischen Pflegebedürftigen und Pflegekräften leichter möglich sind. Hierdurch kann die pflegefachliche Meinung eingebracht und die Begleitung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen auf die tagesaktuellen Bedürfnisse abgestimmt werden. Maßgeblich ist somit nicht mehr die Planung von gestern, sondern der Bedarf des Pflegebedürftigen von heute. Der Handlungsleitfaden gibt anhand der praktischen Erfahrungen von Pflegediensten Hinweise, welche Fallstricke zu beachten sind und welche Voraussetzungen notwendig sind, um angemessen Stundensätze zu verhandeln. Die Erkenntnisse sollen in der ‚Förderrichtlinie Gute Pflege in Bayern – GutePflegeFöR‘ berücksichtigt werden.
Das Gutachten in der Lang- und Kurzfassung sowie den Handlungsleitfaden ist hier zu finden.
„Miteinander Kempten gestalten – 100 Köpfe – 100 Ideen für ein demokratisches Miteinander“, so lautete der Titel einer Fotoausstellung im Stadttheater in Kempten. 100 Allgäuerinnen und Allgäuer mit Bezug zu Kempten haben die Frage beantwortet, was sie sich für ein gutes Miteinander wünschen. Gemeinsam mit einem Portraitfoto entstand so ein vielfältiges Bild, was Zusammenhalt und ein gutes Miteinander ausmachen.
Die Fotoausstellung wurde im Projekt „Zusammenhalt leben! an der Generationen-Uni“ erarbeitet, welches im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Stadt Kempten unterstützt wurde. Ziel des Projekts war die Umsetzung einer Generationen-Uni zum Thema Demokratie. Seniorinnen und Senioren sowie Studierende sind an zwei Nachmittagen im April 2023 an der Hochschule Kempten zusammengekommen, um theoretisch wie praktisch etwas über Demokratie zu lernen. Gemeinsam wurde diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und eine Fotoausstellung geplant.
Die IGG-Referentinnen Eva Konrad und Anna Westbrock zählten mit ihrer Projektidee SilverScience – Seniorische Sozialforschung zu den Preisträgerinnen des Hochschulwettbewerb ‚Mitforschen erwünscht!‘ im ‚Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt!‘. Aus 270 Einreichungen wurde „SilverScience“ als eines von 15 Projekten mit 10.000 Euro prämiert und im Jahr 2022 in die Praxis umgesetzt.
Bei SilverScience haben 17 Allgäuer Seniorinnen und Senioren als Co-Forschende die empirische Sozialforschung kennengelernt. Zunächste hatten die Projektleiterinnen in Workshops interessierte Seniorinnen und Senioren aus dem Raum Kempten an die Themen „Was ist Sozialforschung?“, „Wie entwickelt man eine Forschungsfrage?“, „Wie geht man beim Forschen vor?“ herangeführt. Im Anschluss wurde daraufhin gemeinsam ein Sozialforschungsprojekt geplant und durchgeführt. Bei einem sogenannten World Café wurden 32 Allgäuer Senior*innen zum Thema Chancen, Herausforderungen und Zwänge der Digitalisierung in ihrem Alltag befragt. Die Ergebnisse wurden gemeinsam ausgewertet und Anfang Dezember 2022 der Öffentlichkeit präsentiert. Hieraus leitete die Forschungsgruppe zudem Handlungsempfehlungen für Anbietende von Kursangeboten, öffentliche Einrichtungen sowie die Politik ab. Diese werden im Jahr 2023 in einem Arbeitskreis aufgegriffen und weiter bearbeitet.
Bei SilverScience profitierte die Forschung unmittelbar von Impulsen aus der Bevölkerung. Gleichzeitig erhielten Bürgerinnen und Bürger durch die starke Einbindung der jeweiligen Fachbereiche einen intensiven Einblick in die Forschungsgebiete und wissenschaftliche Arbeitsweise.
Als Projektpartner fungierte das Altstadthaus als Bildungs- und Freizeitzentrum der Stadt Kempten, über dessen Seniorennetzwerk Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen wurden.
Über den Hochschulwettbewerb
Der Hochschulwettbewerb wird jährlich von Wissenschaft im Dialog (WiD) in Kooperation mit dem Bundesverband Hochschulkommunikation und der Hochschulrektorenkonferenz ausgerufen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres gefördert.

Im Auftrag der Gemeinden Balderschwang in Deutschland und Hittisau in Österreich untersuchte das IGG im Jahr 2021 im Rahmen des Interreg-Projekts "GrePuB: Grenzenlos pflegen und betreuen", wie eine grenzüberschreitende Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf gelingen kann. Hierfür wurden rechtliche Rahmenbedingungen in beiden Regionen geklärt, Gespräche mit Expertinnen und Experten aus anderen Grenzregionen geführt und Vergleiche vorgenommen. In drei Workshops wurde mit Betroffenen und administrativen sowie politischen Vertreterinnen und Vertretern die Ist-Situation erörtert sowie Bedürfnisse und Bedarfe. Hierauf aufbauend wurde ein konkretes Handlungskonzept zur Verbesserung der Pflegesituation in beiden Grenzgemeinden erarbeitet.
Ein Mangel an Pflegekräften ist nicht nur in großstädtischen Regionen, sondern auch im ländlichen Raum wie dem Allgäu weit verbreitet. Dies betrifft Krankenhäuser, Kliniken sowie ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen. Im Auftrag der Allgäu GmbH sowie in Kooperation mit Allgäuer Einrichtungen und Institutionen, die vom Pflegekräftemangel betroffen sind, untersucht das IGG innerhalb des Projekts "MiBiPA: Förderung der Mitarbeiterbindung in der Pflege - Fokus Allgäu" unter anderem folgende Fragestellungen:
Zur Beantwortung der Fragestellung wurden sowohl eine Online-Befragung von Pflegekräften, als auch qualitative Interviews mit Einrichtungsleitungen durchgeführt. Die Studie startete im August 2020 und wurde im März 2021 abgeschlossen. Die Studienergebnisse sind auf der Seite der Allgäu GmbH abrufbar.
Im Rahmen des von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ geförderten Projekts „Inklusion?! Umgang mit Behinderung in Geschichte und Gegenwart in Deutschland und der Ukraine“ unterstützte das IGG 2020 teilnehmende Studierende der Fakultät Soziales und Gesundheit der Hochschule Kempten. Die Studierenden erstellten thematisch passende Beiträge, beispielsweise zur Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Situation von Menschen mit Behinderung oder zur Inklusion von Älteren mit und ohne Demenz. Das Projekt wurde in Kooperation mit Studierenden der Universität Augsburg sowie Studierenden aus der Ukraine umgesetzt. Das Ergebnis findet sich im Rahmen einer virtuellen Ausstellung, die hier http://de.inklusion-inklusija.com/index.html abrufbar ist.
Gemeinsam mit über 70 Studierenden der Studiengänge „Gesundheitswirtschaft“ und „Soziale Arbeit“ der Fakultät Soziales und Gesundheit unterstützte das IGG eine Online-Befragung zum Thema „Gesundheit von Studierenden und die Auswirkungen der Corona-Pandemie“. Die Studienumsetzung wurde zudem von der Techniker Krankenkasse begleitet. Zusätzlich zur Online-Befragung wurden in Einzelinterviews Studentinnen und Studenten befragt, wie die Gesundheit während der Studienzeit gefördert werden kann.

Leitung
Prof. Dr. Hanne Detel
Prof. Dr. Anneke Bühler
Projektverantwortliche
Prof. Dr. Petra Benzinger
Prof. Dr. Philipp Prestel
Ansprechpartnerinnen
Lisa Fischer
Allgemeine Kontaktdaten
Standort:
Gebäude Z, Haubenschlossstraße 3, Kempten
Postadresse:
Bahnhofstraße 61, 87435 Kempten
Mehr Einblicke in die spannenden Forschungsprojekte der Hochschule Kempten und des IGG finden Sie hier
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