
Zur Bewältigung der Herausforderungen, die mit der wachsenden Zahl pflegebedürftiger älterer Menschen einhergehen, ist ein Care-Mix aus familiärer Pflege, professioneller Pflege und niedrigschwelligen Entlastungsangeboten erforderlich. Letzteren kommt dabei eine zunehmend wichtige Rolle zu.
Niedrigschwellige Entlastungsangebote sind im SGB XI (§ 45b) als Angebote zur Unterstützung im Alltag (AUA) definiert. Sie umfassen eine große Bandbreite unterschiedlicher Unterstützungsleistungen, die sowohl von ehrenamtlich Tätigen als auch von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Selbstständigen erbracht werden. Trotz ihrer wachsenden Bedeutung liegen bislang keine empirischen Daten zu den in AUA tätigen Personen vor. Zudem fehlen evaluierte Maßnahmen, die diese Personen in ihrer Tätigkeit stärken sowie Träger von AUA (z. B. Träger der Wohlfahrtspflege und aus der Digitalwirtschaft) bei der Gewinnung und Qualifizierung von Mitarbeitenden unterstützen.
Ziel des Projekts Augusta ist es daher zum einen, auf der Makroebene bestehende Rahmenbedingungen und Trägerstrukturen sowie auf der Mikroebene die in AUA Tätigen und ihre Bedürfnisse näher zu charakterisieren. Darauf basierend wird ein Policy Paper mit Handlungsempfehlungen für zuständige Ministerien auf Länderebene, ausführende Verwaltungseinheiten und Beratungsstellen sowie Träger von AUA formuliert. Zum anderen wird gemeinsam mit den Trägern von AUA in einem co-kreativen Prozess eine digitale Plattform entwickelt, welche die in AUA Tätigen mit Vernetzung, Qualifizierung und Supervision unterstützt. Ein Transferkonzept greift die Bedürfnisse der in AUA Tätigen und die Bedarfe der Träger von AUA auf und ermöglicht eine praktikable sowie wirksame Umsetzung.
Das Bayerische Zentrum Pflege Digital (BZPD) gestaltet als Projektpartner insbesondere die co-kreative Entwicklung der unterstützenden digitalen Plattform und deren Inhalte. Zudem evaluiert das BZPD die Nutzung der Plattform wissenschaftlich, um Erkenntnisse für die Weiterentwicklung zu gewinnen und eine nachhaltige Integration in die Praxis zu gewährleisten.
Der Schwerpunkt des Kompetenzzentrum für empirische Jugendarbeits- und Sozialforschung liegt auf der empirischen Forschung zum Handeln der AUA-Tätigen, zu ihrer Erfahrung, (De-)Motivationsfaktoren, Ressourcen und Unterstützungsbedarfen. Die Erkenntnisse dieser (qualitativen) Erhebungen fließen in das Gesamtprojekt sowie insbesondere in Gestaltungs- und Handlungsempfehlungen ein.
Seitens des Instituts für Gesundheit und Generationen liegt der Schwerpunkt auf der Identifikation regulatorischer Rahmenbedingungen über die Bundesländer hinweg. Zudem erfolgt eine deutschlandweite Charakterisierung der in AUA Tätigen.
Das Projekt Augusta wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt in einer gemeinsamen Initiative mit der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz im Rahmen des Förderprogramms „HAW-ForschungsPraxis 2024“ (Förderkennzeichen 13HAW21PX4) gefördert.



Mitarbeitende JaSo: Prof. Dr. Stefan Sauer, Dr. Marc Jungtäubl, Claudia Zucknik, Annika Garber
Mitarbeitende IGG: Prof. Dr. Petra Benzinger, Dr. Lisa Fischer, Romina Heiß (ab 01.04.)
Projektleitung: Prof. Dr. Petra Benzinger




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