Das Forschungsprojekt zum Potenzial KI-gestützter Verfahren zur Ermittlung tourismusinduzierter Effekte auf Lebenszufriedenheit und Gemeinwohl (POKITE) unseres Instituts für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung (INIT) ist nach einer Laufzeit von knapp einem Jahr abgeschlossen.

Das Projekt zielte darauf ab, die nachhaltige Transformation des Tourismus durch innovative soziale Nachhaltigkeitskennzahlen zu fördern. Mithilfe öffentlich zugänglicher Daten und maschinellen Lernens sollten räumliche Zusammenhänge zwischen Tourismus und sozioökonomischen Lebensverhältnissen analysiert werden, um alternative Erfolgsindikatoren jenseits von Betten- und Übernachtungszahlen zu entwickeln. Diese sollten als Grundlage für eine fundierte und nachhaltige Destinationsplanung dienen.
Das Projekt zeigte jedoch technische und datenbezogene Herausforderungen auf. Insbesondere mangelt es an kleinräumigen, öffentlich verfügbaren Indikatoren auf Gemeindeebene, weshalb nur Daten auf Landkreisebene für Bayern (2016–2022) verwendet werden konnten. Aufgrund der begrenzten Datenmenge war der Einsatz von KI-basierten Verfahren nicht möglich, sodass nur erste Tendenzen aufgezeigt werden konnten.
Tourismuspolitisch wurden zentrale Fragen deutlich, wie die Definition erreichbarer Ziele und der Einflussbereich der Destinationsentwicklung. Subjektive Indikatoren wie Lebenszufriedenheit wurden kritisch betrachtet, während objektive Maße wie sozioökonomische Lebensverhältnisse in den Fokus rückten, um strukturelle Rahmenbedingungen positiv zu beeinflussen.
Die Projektergebnisse empfehlen die Weiterentwicklung eines Monitoring-Systems, das touristische und sozioökonomische Variablen integriert. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Tourismus- und Raumforschung wird angeregt, um innovative Kennzahlen zu entwickeln. Der Einsatz von KI sollte erst erfolgen, wenn ausreichend geeignete Daten verfügbar sind.
Alle Projektergebnisse sind auf der Seite des Bayerischen Zentrum für Tourismus veröffentlicht: BZT - Abschlussbericht POKITE