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HiS – Hilfe in Sicht

Laufzeit: 01.10.2025–30.09.2027

Welches Thema hat das Projekt? Und warum ist das Projekt wichtig?

Familie ist eine der wichtigsten Stützen bei Krankheit und Pflege. Doch die Belastung ist hoch: Rund die Hälfte der Hauptpflegepersonen leidet unter psychischen Störungen, fast drei Viertel unter körperlichen Beschwerden. Durch Erwerbstätigkeit und räumliche Distanz sinkt zugleich das Potenzial für eine rein familiäre Versorgung. Stattdessen entstehen komplexe Sorgearrangements. Daran sind nicht nur Angehörige beteiligt, sondern auch Nachbarn, Ehrenamtliche, professionell Pflegende und weitere Leistungserbringer. Pflegende Angehörige stehen dabei vor der Herausforderung, ein starkes und stabiles Netzwerk aufzubauen und zu organisieren. Die Rollenverteilungen sind darin häufig zunächst unklar, Erwartungen oft unausgesprochen. Erfolgreiche Koordination kann die Versorgung jedoch verbessern und auch Angehörige entlasten. Passende Instrumente dafür fehlen jedoch häufig noch oder werden nicht gekannt. Auch an sich bestehende Entlastungsangebote werden wegen Unkenntnis oder fehlender Passgenauigkeit oft nicht genutzt. Personalmangel, insbesondere in der professionellen Pflege, verschärft die Lage weiter. Tragfähige Netzwerke werden damit immer wichtiger, stehen aber kaum im Fokus gezielt darauf ausgerichteter Beratung und Begleitung. Es fehlen klare Leitlinien und einfach anwendbare Methoden und Techniken für eine systematische Analyse und Ausgestaltung von Netzwerken in der häuslichen Pflegeversorgung.

Welche Ziele hat das Projekt? 

Hier setzt das Projekt an. Die Pionierlösung „Hilfe in Sicht“ (HiS) ist ein neues Versorgungsprogramm, das pflegende Angehörige dazu befähigt, ihr Sorgearrangement strukturiert aufzubauen, die Zusammenarbeit darin erfolgreich zu gestalten und Überlastungen vorzubeugen. HiS begleitet pflegende An- und Zugehörige auf ihrer individuellen ‚Pflegendenreise‘ und bietet gezielte Unterstützung bei typischen Herausforderungen wie dem Netzwerkaufbau, der Aufgabenkoordination oder nötigen Anpassungen bei Veränderungen in der Pflegesituation. Dafür setzt das Programm analoge und digitale Methoden zur Erfassung und Analyse von Pflegearrangements ein und entwickelt sie weiter. Entwicklung und Erprobung des Versorgungsprogramms werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Wo findet das Projekt statt? 

Das Projekt wird im Kinzigtal durchgeführt. Diese ländlich geprägte Region im Schwarzwald ist bereits bekannt für die integrierte Pflege- und Gesundheitsversorgung. Viele Vereine und Organisationen, die dafür wichtig sind, arbeiten bereits eng zusammen. HiS ist in die Versorgungsstrukturen der Gesundes Kinzigtal GmbH eingebettet. Zugang zum Versorgungsprogramm finden pflegende An- und Zugehörige über Hausärzte und Gesundheitslotsen.
 

Ansprechpartner:innen

Porträt Dr. Tobias Wörle

Dr. Tobias Wörle

Annika Hudelmayer

Konsortialpartner