Im Rahmen der 21. Fachtagung der Fakultät Soziales und Gesundheit laden wir ein, Zukunftskompetenzen der Youth Work gemeinsam aus Praxis, Wissenschaft und Studium weiterzudenken. Herzlich eingeladen sind Fachkräfte der Sozialen Arbeit und Jugendarbeit, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende der Sozialen Arbeit sowie alle Interessierte!
Gesellschaftliche Umbrüche stellen die Youth Work vor neue Herausforderungen: Welche Kompetenzen brauchen Fachkräfte künftig, um junge Menschen professionell zu begleiten?
Bei der 21. Fachtagung der Fakultät Soziales und Gesundheit dreht sich alles um Zukunftskompetenzen in der Youth Work. Vorträge, Podiumsdiskussionen und neun Workshops laden dazu ein, zu diskutieren, auszuprobieren und neue Ideen mitzunehmen.
WANN und WO
Donnerstag, den 11. Juni 2026 von 09:30 bis 16:30 Uhr an der Hochschule Kempten
Start um 09:30 Uhr im Foyer des Gebäude V
PROGRAMM UND TAGESABLAUF
Wir freuen uns auf Sie!
Die Teilnahme an der Fachtagung ist kostenlos.
Bitte beachten Sie:
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich!
Die Workshops der Fachtagung finden in zwei Phasen (Vormittag und Nachmittag) statt. Insgesamt stehen 9 Workshops zur Auswahl. Bitte wählen Sie bei der Anmeldung zwei Workshops aus. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist begrenzt auf max. 20 Teilnehmende.
Unsere Workshops im Überblick
Zukunftskompetenz Teamfähigkeit in der Schulsozialarbeit: Gemeinsam wirksam handeln
Referentin: Trixi Walthart, Schulsozialarbeiterin Gymnasium Sonthofen
Teamfähigkeit als Zukunftskompetenz erfordert in der Schulsozialarbeit eine reflektierte professionelle Haltung und ist zugleich auch für Jugendliche eine zentrale Kompetenz. Der Workshop verbindet diese Ebenen mithilfe aktivierender und praxisorientierter Methoden und nimmt in den Blick, wie professionelle Teamarbeit im System Schule gestaltet werden kann.
Ausgehend von typischen Praxissituationen werden Herausforderungen in der Zusammenarbeit gemeinsam reflektiert und mithilfe aktivierender und praxisorientierter Methoden werden Lösungsansätze erarbeitet und diskutiert. Ergänzend wird der pädagogische Rahmen mitgedacht in dem Teamfähigkeit für junge Menschen erfahrbar wird. Der Workshop bietet Raum für Austausch, Reflexion und konkrete Impulse für die Praxis.
Professionelle Nähe im traumapädagogischen Kontext
Referentin: Katharina Litsche, Referentin für Diversity Hochschule Kempten
Der Begriff der professionellen Distanz im sozialarbeiterischen Kontext ist ein feststehender Begriff, der u. a. dem Schutz von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, die in krisenhaften und schwer belastenden Themenfeldern tätig sind, dient.
Doch wie sieht es mit der professionelle" Nähe zu Klientinnen und Klienten aus, deren Nähe-Distanz-Bedürfnis in ihrem bisher erlebten Dasein missbraucht wurde, oder welche bisher keine tragfähigen, “nahen” Beziehungen in ihrem Leben aufbauen konnten?
In diesem Workshop soll zum einen auf die Faktoren Nähe und Verbindung in sozialen Beziehungen eingegangen werden, ohne die Professionalität aus den Augen zu verlieren. Zum anderen soll Raum für den Austausch und zur Reflexion der eigenen Haltung ermöglicht werden - immer mit dem Blick auf Menschen, die tragfähige Beziehungen nicht zuletzt aus dem Kontakt mit Sozialer Arbeit kennen.
Wie gelingt der Aufbau einer Beziehung, welche einerseits von Sicherheit und Verlässlichkeit geprägt ist, andererseits aber keine Freundschaft oder Elternschaft bedeutet? Wie wird mit Beziehungsabbrüchen und strukturellen Veränderungen in diesen Beziehungen umgegangen? Wie kann ich als Sozialarbeiterin Nähe und Vertrautheit anbieten, und dennoch meine Rolle und meine Verpflichtung zur Professionalität im Blick behalten? Der Workshop besteht aus einem theoretischen Input, Praxisbeispielen und Raum für Austausch, Diskussion und Reflexion.
Hinweis: Die Wanderausstellung “Kunst gegen Missbrauch” ist vom 13. Mai bis 30. Juli 2026 bei uns an der Hochschule zu sehen! Weitere Informationen zur AusstellungDiskriminierungskritische Soziale Arbeit
Referentin: Prof. Dr. Gökçen Yüksel, Hochschule Kempten
Soziale Arbeit und vor allem die Youth Work im Speziellen findet in der Praxis mit heterogenen Jugendlichen(gruppen) statt. Neben einer ungleichen Ressourcenausstattung wirken vor allem gesellschaftliche Machtverhältnisse, intersektionale Diskriminierung und strukturelle Benachteiligung auf die Lebenslagen und Lebenschancen von jungen Menschen ein.
Dies stellt eine Herausforderung für die Soziale Arbeit dar. Fachkräfte sollen einerseits auf die spezifischen und individuellen Bedarfslagen von Jugendlichen eingehen und andererseits gesellschaftliche Macht- und Diskriminierungsstrukturen erkennen, reflektieren und sichtbar machen und ihnen entgegenwirken. Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, wie diskriminierungskritische und diversitätssensible Ansätze in der Praxis Sozialer Arbeit mit Jugendlichen angewandt werden können. Hierfür ist es notwendig, sich mit zentralen Begriffen und Ansätzen diskriminierungskritischer Sozialer Arbeit auseinanderzusetzen und daran anschließend praxisnahe Reflexionsräume zu eröffnen. Durch fachlichen Theorieinput und Diskussionen zu konkreten Praxissituationen werden Möglichkeiten erarbeitet, professionelles Handeln sowohl diskriminierungskritisch als auch diversitätssensibel zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Komplex? Ja! Kompliziert? Nicht unbedingt! – Polynesisch Navigieren in der Sozialen Arbeit.
Referentinnen und Referenten:
Nora Daniels-Wredenhagen, MA(Oxon), Dipl.Psych., sysTelios Think Tank
Benjamin Aas, Psych., sysTelios Think Tank
Florian Pommerien-Becht, Musiktherapeut, sysTelios Klinik
Du als multidimensionales Wesen Mensch hast alles– sowohl in dir selbst als auch in deiner Umgebung- was du brauchst, um auch in komplexen Situationen sicher zu handeln. Trotzdem kann der Alltag, sei es als Sozialarbeiter*in, Kolleg*in oder Elternteil…, dir scheinbar manchmal den Wind aus den Segeln nehmen.
Die Komplexitätstheorie bietet Prinzipien, die uns helfen, mit Unsicherheiten umzugehen, wie nicht-Linearität, Chaos, Emergenz. Diese Prinzipien lassen sich intuitiv und einfach im Alltag nutzen – zum Beispiel den Kontakt auf Augenhöhe, das Zulassen von Unvorhersehbarkeit und das Akzeptieren von Unwissen. In diesem Workshop schaffen wir einen Raum, der dich einlädt, dies mit allen Sinnen zu erfahren und zu verankern. Du bekommst einen spielerischen Zugang zur Theorie komplexer Systeme und lernst ganz praktisch, wie du diese im Alltag im Kontext der Sozialen Arbeit anwenden kannst. Wie polynesische Navigatoren, die ihre Inseln mit Geschick und Intuition fanden, kannst du lernen, auch in unsicheren und komplexen Momenten sicher zu navigieren.
Der Workshop ist eine gemeinschaftliche Erfahrung, die dich unterstützt, mit Unsicherheit und Komplexität in der Sozialen Arbeit und im Alltag besser umzugehen und sie zu nutzen.Psychische Belastungen bei Jugendlichen – professionell begleiten und handlungsfähig bleiben
Referentinnen:
Prof. Dr. Anneke Bühler, Hochschule Kempten
Prof. Dr. Roxana Bettinger, Hochschule Kempten
Psychische Erkrankungen nehmen zu und stellen eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. Ein sensibler und professioneller Umgang mit mentaler Gesundheit ist daher zentral für gelingende Soziale Arbeit mit jungen Menschen. Doch wie können Fachkräfte psychische Belastungen bei Jugendlichen erkennen und professionell darauf reagieren? In diesem praxisorientierten Workshop reflektieren wir typische Belastungen und Warnsignale, entwickeln praxisnahe Strategien zur wirksamen Unterstützung junger Menschen und thematisieren Selbstfürsorge als relevanten Bestandteil professionellen Handelns.Youth Work im europäischen Raum: Jugend(sozial)arbeit weiter denken
Referentinnen und Referenten:
Dr. Frederike Hofmann-van de Poll, Deutsches Jugendinstitut
Andreas Rottach, Deutsches Jugendinstitut
Youth Work ist der Begriff, der in Europa wertebasierte, emanzipatorisch-partizipative Formen der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit bezeichnet. Er steht für vielfältige Aktivitäten einer menschenrechtlich und jugendpartizipativ orientierten europäischen Jugendpolitik in Verbindung mit dem Engagement einer breiten Community von Youth Work-Praktikerinnen und Praktiker in Europa.
Schauen wir gemeinsam über unseren Tellerrand und entdecken, welche überraschenden Möglichkeiten sich für Fachkräfte der Jugendarbeit im Rahmen der Europäischen Youth Work Agenda ergeben: EU-Förderinstrumente, Weiterbildungsseminare, transnationale Praxen, Fachkräftebegegnungen und viele weitere inhaltliche Inspirationen.
In diesem Workshop wird ein Orientierungsrahmen für Youth Work als europäische Zukunftsperspektive für junge Menschen und Fachkräfte geschaffen. Gleichzeitig ist viel Raum für konkrete Inspirationen, Fragen und eigene Ideen.
Scannen. Spielen. Anwenden. – Digitale Praxisideen für die Youth Work
Referenten:
Chris Seitz, Digitallabor Kempten, SJR Kempten
Marcus Zahnleiter, Stadt Kempten
Im praxisnahen Workshop des Digitallabors und Makerspace Kempten erhalten Sie einen Einblick in die kreative und methodisch sinnvolle Nutzung digitaler Medien in der Sozialen Arbeit und im Speziellen für die Arbeit mit jungen Menschen. Anhand einer interaktiven QR-Code-Rallye erleben die Teilnehmenden selbst, wie digitale Tools spielerisch eingesetzt werden können, um Gruppenprozesse zu fördern, Wissen zu vermitteln und Beteiligung zu stärken. Anschließend wird die Methode reflektiert und es werden praxisnahe Möglichkeiten aufgezeigt, wie solche Formate in der offenen Jugendarbeit, in schulischen Kontexten oder in Projekten der Bildungsarbeit geplant, umgesetzt und angepasst werden können. Dabei werden zwei Kompetenzbereiche verbunden: Im Digitallabor erfolgt die inhaltliche Gestaltung der Stationen – etwa mit Video, Audio, Podcast, Foto oder interaktiven Webinhalten. Der Makerspace zeigt, wie QR-Codes physisch gestaltet werden können, z. B. 3D-gedruckt, gelasert oder gefräst – als Elemente im Raum oder als Teil einer installativen Gestaltung. So entsteht ein flexibles Format, das digitale Medienkompetenz und kreatives Making kombiniert. Der Workshop verbindet Selbsterfahrung, methodische Reflexion und konkrete Umsetzungsideen und richtet sich an Studierende, Fachkräfte und Interessierte, die digitale Medien niedrigschwellig und kreativ in ihrer zukünftigen Praxis einsetzen möchten.
How to queere Jugendarbeit – Perspektiven, Praxis und Forschung für eine diskriminierungssensible Jugendarbeit
Referent: Patrick Wolf, Referent der Evangelischen Jugend in Bayern (EJB)
Queere Jugendliche wachsen häufig unter anderen Bedingungen auf als ihre heterosexuellen und cisgeschlechtlichen Peers. Diskriminierung, fehlende sichere Räume und strukturelle Unsichtbarkeit prägen vielerorts ihren Alltag, besonders in ländlichen Regionen. Der Workshop verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit Praxiserfahrungen aus der Jugendarbeit. Ausgangspunkt sind Ergebnisse der bayernweiten Studie „How are you?“ zur Lebenssituation queerer Jugendlicher. Darauf aufbauend wird diskutiert, welche Rolle Jugendarbeit als sicherer Lern-, Begegnungs- und Empowermentraum spielen kann.
Ein Schwerpunkt liegt auf Angeboten außerhalb urbaner Räume. Am Beispiel des Projekts QueerStart (Jugendnetzwerk Lambda Bayern) wird gezeigt, wie niedrigschwellige und mobile Angebote queere Jugendliche erreichen können. Ergänzend werden Perspektiven des Bayerischen Jugendrings einbezogen.
Der Workshop kombiniert fachliche Inputs mit Austausch- und Reflexionsphasen und gibt Impulse für eine queersensible Jugendarbeit – von Haltung und Methoden bis zu strukturellen Rahmenbedingungen.
Open Space – Netzwerk & Austausch mit dem Team der Fachtagung
Referentinnen und Referenten: Team der Fachtagung
Im Open Space gehört die Bühne euch: Hier gibt es keine festen Workshopthemen, sondern Raum für alles, was euch rund um Zukunftskompetenzen in der Youth Work bewegt. Ob spontane Ideen, offene Fragen oder frische Perspektiven – ihr bestimmt, worüber gesprochen wird. Gemeinsam schaffen wir einen kreativen Raum, in dem neue Ansätze wachsen und echte Vernetzung passiert. Bringt eure Themen, Beiträge und Materialien mit – lassen wir uns überraschen, was daraus entsteht!