Die wissenschaftlichen Projektmitarbeiter Robert Krautschneider und Martin Winz erweitern seit einigen Monaten das Team am Institut für Produktion und Informatik Sonthofen. Wir haben sie zu ihren ersten Eindrücken, ihren Aufgaben und ihren Zielen befragt.
Starten wir mit ein paar Infos zu eurer Person. Wer seid ihr und was habt ihr vor dem IPI gemacht?
Robert: Ich habe an der Hochschule Kempten Informatik im Bachelor studiert und anschließend Künstliche Intelligenz und Computer Vision im Master. Meine Bachelorarbeit habe ich bei Fendt geschrieben, meine Masterarbeit bei Bosch – wo ich zuvor auch als Werkstudent in derselben Abteilung tätig war. Thematisch ging es um Predictive Maintenance. Eine Bekannte hat mir dann die Stelle am IPI weitergeleitet, und das passte gut zu dem, was ich bereits im Studium gemacht hatte. Bernd kannte ich außerdem schon als Professor aus meinem Bachelor.
Martin: Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Mechatronik an der Hochschule Kempten studiert. Danach bin ich an die TU Chemnitz gewechselt, um stärker in die wissenschaftliche Richtung zu gehen, und habe dort Maschinenbau studiert. Weil mir der wirtschaftliche Aspekt immer wichtig war, hat mich die Stelle am IPI sofort angesprochen – hier habe ich die Kombination aus Forschung und Wirtschaft, die ich gesucht habe.
Was waren eure Erwartungen an die Stelle, bevor ihr angefangen habt?
Robert: Ich hatte ehrlich gesagt keine konkreten Erwartungen. Ich wusste, dass es um Forschung geht, aber ansonsten bin ich recht offen an die Sache herangegangen.
Martin: Ich wollte mit neuen, spannenden Themen arbeiten – und die Trends nicht nur als Außenstehender mitverfolgen, sondern aktiv daran mitwirken. Außerdem hat mich gereizt, mit so vielen unterschiedlichen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Man ist nicht nur für eine Firma verantwortlich, sondern kann von der Gesundheitsbranche über den Maschinenbau bis hin zur Aerospace-Sparte mit verschiedensten Partnern arbeiten.
Wie war euer erster Arbeitstag?
Robert: Ich habe zunächst an der Hochschule alle relevanten Ansprechpersonen kennengelernt, also HR und so weiter. Anschließend bin ich nach Sonthofen zum IPI gefahren und wurde dort Schritt für Schritt eingearbeitet. Man bekommt auch einen Paten an die Seite gestellt, der einem die ersten Schritte erklärt und für Fragen zur Verfügung steht.
Martin: Was mir sehr gut gefallen hat, war wie strukturiert das hier abläuft. Ich habe schon zwei Wochen vor dem Start die Onboarding-Einladung bekommen, zusammen mit einer mehrere Seiten langen Anleitung, in der die wichtigsten Dinge wirklich gut und ausführlich erklärt wurden. Und durch den Paten fühlt man sich von Anfang an herzlich aufgenommen.
Hattet ihr einen Moment, in dem ihr euch zum ersten Mal richtig angekommen gefühlt habt?
Martin: Ich glaube, das war bei mir ehrlich gesagt von Tag eins an so. Man hat sich wirklich Zeit genommen, uns durch die einzelnen Themen zu führen, und durch den Paten hatte man direkt einen persönlichen Ansprechpartner.
Robert: Dadurch, dass man direkt ins Projekt eingebunden wird, ist man auch sofort ins Team integriert und kann Stück für Stück eigene Aufgaben übernehmen.
An welchen Projekten arbeitet ihr?
Martin: Mein Projekt heißt EVOIP. In meinem Arbeitspaket geht es darum, den Digitalen Zwilling möglichst automatisiert an den realen Anlagenzustand anzugleichen. Interessant dabei ist, dass ich mir – anders als sonst üblich – die Industriepartner für das Projekt selbst akquiriert habe. Wir haben inzwischen neue Partner gewonnen, darunter Unternehmen aus der Automobilindustrie, Anlagenfertiger und einen Werkzeugmaschinenbauer. Diese Vielfalt macht den Reiz aus: Ich kann ganz unterschiedliche Use Cases auf meine Problemstellung anwenden.
Robert: Mein Projekt heißt GreenRetroTwin. Das Ziel ist es, von bestehenden Altanlagen möglichst effizient einen digitalen Zwilling zu erstellen. Damit soll die virtuelle Inbetriebnahme ermöglicht oder geprüft werden, ob bestehende Anlagen in neue integriert werden können. So sollen Anlagen sinnvoll weiterverwendet werden, statt sie zu verschrotten.
Seid ihr bisher an Aufgaben gestoßen, die euch Schwierigkeiten bereitet haben oder bei denen ihr etwas Neues lernen musstet?
Robert: Ich glaube, bei fast jedem Thema musste ich bisher etwas Neues lernen – das liegt einfach in der Natur der Forschung. Allein schon die Frage „Wie erstellt man überhaupt einen Digitalen Zwilling?" war ein großer Einarbeitungspunkt. Dazu kommen grundlegende Fragen wie: Welche Daten stehen zur Verfügung, und wie kann man sie sinnvoll nutzen?
Martin: Das geht mir ähnlich. Besonders das Projektmanagement und die Kommunikation mit den Industriepartnern sind neu für mich – das ist eine echte Lernkurve.
Wie würdet ihr die Teamkultur hier beschreiben?
Martin: Offen und kommunikativ. Mein Pate kommt aus einem anderen Team, was dazu beiträgt, dass der Austausch auch teamübergreifend wirklich gut funktioniert.
Robert: Dem kann ich nur zustimmen. Wenn man ein Problem hat, das über die eigenen Kompetenzen hinausgeht, kann man wirklich mit allen sprechen. Es herrscht eine echte Open-Door-Politik. Außerdem gibt es auch viele Teamunternehmungen. Zum Beispiel das Weißwurstfrühstück oder als wir gemeinsam bei der ProfsNight waren, bei der auch Bernd aufgelegt hat.
Was würdet ihr jemandem sagen, der überlegt, sich beim IPI zu bewerben?
Martin: Man sollte auf jeden Fall offen für neue Themen sein. Und eigenständiges Arbeiten ist wirklich wichtig – am Ende des Tages bist du dein eigener Projektleiter.
Robert: Man muss bereit sein, relativ schnell Verantwortung zu übernehmen. Aber dafür warten vielseitige Aufgaben, die wirklich Spaß machen.
Was sind eure Ziele für die nächsten Monate?
Robert: Mit dem Projekt vorankommen. Und dann wird das nächste große Ziel die SPS-Messe im November in Nürnberg sein, auf der wir unsere Projekte vorstellen können.
Martin: Genau. Die letzten Monate waren vor allem Planung – jetzt geht es an die Umsetzung.
Was ist euer Fazit zum Abschluss?
Robert: Es war eine gute Entscheidung, hier anzufangen. Coole Leute, cooles Team, coole Aufgaben.
Martin: Ja da kann ich mich nur anschließen!
Das Interview führte: Amira Eser, studentische Mitarbeiterin am Institut für Produktion und Informatik Sonthofen
Ansprechpartnerin bei Fragen:
Steffi Nickol, Operative Leitung IPI, steffi.nickol(at)hs-kempten.de, 0831/ 2523-922