ECC-ProBell® – Europäisches Kompetenzzentrum für Glocken

  1. Hochschule Kempten
  2. Forschung
  3. Forschungsinstitute
  4. ECC-ProBell® – Europäisches Kompetenzzentrum für Glocken

Europäischen Kompetenzzentrum für Glocken ECC-ProBell®

Eigens für die Forschung an Glocken hat die Hochschule Kempten das Europäische Kompetenzzentrum für Kirchenglocken eingerichtet. Kernstücke sind ein großer schalltoter Raum, ein werkstoffwissenschaftliches Labor und die erforderlichen Arbeitsplätze für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes hat das Kompetenzzentrum umfangreiche Messtechnik, Computer sowie Analyse- und Simulationsprogramme beschafft und entwickelt. Diese werden in laufenden Projekten zusammen mit den erforderlichen Daten zur Festigkeit von Glocken intensiv genutzt.

Das Europäische Kompetenzzentrum für Glocken - ProBell® beschäftigt sich aus ingenieurwissenschaftlicher Perspektive mit Kirchenglocken:

  • Messung der Beanspruchungen und Ermittlung des Schadensrisikos läutender Glocken
  • dynamische Simulation zur Optimierung der Läutebedingungen
  • Klang- und Schalldruckmessungen sowie Ermittlung des musikalischen Fingerabdrucks von Glocken
  • Schwingungsmessungen an Gebäuden und Kirchtürmen
  • werkstoffwissenschaftliche Analyse von Schäden an Glocken, Klöppeln und Jochen
  • Optimierung des Glockengusses durch Gießsimulationen

Detaillierte Informationen zu unserer Forschung und unseren Leistungen befinden sich auf unserer Website.

Kontakt

Europäisches Kompetenzzentrum für Glocken ECC-ProBell®
info(at)ecc-probell.de
Gebäude D
Bahnhofstraße 61, 87435 Kempten
Website

Prof. Dr. Andreas Rupp
Wissenschaftliche Leitung
Tel. 0831 2523-241 oder -101
andreas.rupp(at)hs-kempten.de

Dr. Michael Plitzner
Geschäftsführung
Tel. 0831 2523-372
michael.plitzner(at)hs-kempten.de
 

Weitere Informationen

Glockenatlas

Glockenatlas

Einen Glockenatlas viele Glocken in Deutschland und seiner Nachbarländer finden Sie, teilweise mit Hörbeispielen, hier. Viel Spaß beim Entdecken!

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen

Rupp, A.; Plitzner, M.: Die Glocke – Ein hochbeanspruchtes Musikinstrument, Schadensursache und Schadenserkennung. In: Konferenzbericht zur internationalen Fachtagung: Ingenieurwissenschaftliche Analyse und Beschreibung von Musikinstrumenten, 2011, Halle, S. 81 – 89.
Rupp, A; Plitzner, M.: Messtechnische Begleitung und FEM-Simulation bei der Reparatur der Meißner Johannesglocke. In: Monumenta Misnensia, Meißen, Bd. 10 (2011/2012), S. 54-62.
Hartmann, D.; Rupp, A.; Plitzner, M.: Die Glocke aus ingenieursmäßiger Sicht. In: Gießerei-Praxis, Jg. 2012, Heft 4, S. 113-118.
Blumer, R.-D.; Fahrbach-Dreher, U.; Kinder, J.; Masen, L.; Plitzner, M.; Rupp, A.: Die Stahlgussglocken der evangelischen Auferstehungskirche in Karlsruhe Rüppurr – Ersatz für Bronzeglocken? In: Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege in Baden-Württemberg, 4/2014, S. 248-252.
Plitzner, M.: Der musikalische Fingerabdruck von Glocken als Mittel zur Schadensfrüherkennung. Schriftenreihe der Hochschule Kempten Bd. 2, 2015, Göttingen.
Internationale Projekte

Internationale Projekte

  • St. Ursenkathedrale in Solothurn und Reformierten Stadtkirche in Thun

Die Geläute der St. Ursenkathedrale in Solothurn und der reformierten Stadtkirche von Thun werden derzeit umfangreich überarbeitet und saniert. Das ECC-ProBell wurde beauftragt, im Rahmen dieser Arbeiten den Zustand der Glocken zu erfassen und Optimierungsvorschläge für ein schonendes Läuten bei hoher Klangqualität zu erarbeiten.
In Zusammenarbeit mit der Glockengießerei H. Rüetschi AG in Aarau wurden dazu die Glockensysteme messtechnisch erfasst, die Beanspruchungen beim Läuten gemessen sowie der musikalische Fingerabdruck der Glocken ermittelt. Wie bereits bei vorangegangenen Messungen an Glocken in der Schweiz festgestellt wurde, führen die üblicherweise installierten Klöppel aus den Nachkriegsjahrzehnten häufig zu relativ hohen Beanspruchungen beim Läuten der Glocke. Auch an diesen Geläuten besteht Handlungsbedarf, das Läuten einiger Glocken schonender zu gestalten und die Klangentfaltung zu verbessern.

  • Stephansdom in Wien

Die Pummerin im Wiener Stephansdom wurde 2011 untersucht und daraufhin mit einem von uns berechneten Klöppel mit geringerem Schadensrisiko ausgestattet.

  • Berner Münster

Das Geläute im Berner Münster wurde von uns mit neuen Klöppeln ausgestattet, da die alten beim Läuten zu derart hohen Beanspruchungen führten, dass ein hohes Risiko für Schäden vorlag und eine eingeschränkte Klangqualität erreicht wurde.

  • Petersdom in Rom und Sacré Cœur in Paris

Die große Glocke im Petersdom in Rom, sowie die Savoyarde in der Pariser Sacré Cœur wurden auf Schäden hin untersucht.