Artikel
  1. Hochschule Kempten
  2. Forschung
  3. Forschungsinstitute
  4. IPI – Institut für Produktion und Informatik

30.06.2026

Praktikum am IPI: Wenn KI den Datenschutz übernimmt

Martyna Dorosewicz, ehemalige Praktikantin am Institut für Produktion und Informatik Sonthofen, erzählt über die spannende Zeit ihres Praktikums am IPI und stellt dabei ihr Projekt DeVOID vor. DeVOID erkennt Personen in Videoaufnahmen automatisch, anonymisiert sie und rekonstruiert den Hintergrund – ganz ohne personenbezogene Daten zu speichern. So lassen sich Kamerasysteme in der Produktion datenschutzkonform für Zwecke wie Qualitätsüberwachung und Monitoring einsetzen.

Zum Einstieg wäre es schön, wenn du dich kurz vorstellen könntest: Wer bist du, woher kommst du und was studierst du?

Ich studiere Game Engineering an der Fakultät für Informatik. Ursprünglich komme ich aus Polen, als Kind bin ich dann nach Deutschland gekommen und lebe jetzt den Großteil meiner Zeit hier. Mein Abi habe ich an einem technischen Gymnasium nachgeholt, wo ich dann auch Informatik hatte und schon teilweise Java gelernt habe.

 

Wie bist du auf das IPI Sonthofen aufmerksam geworden?

Ich war auf der Suche nach einem Praktikum im Rahmen meines Studiums. Ein Freund von mir arbeitet hier bereits und hat mich dann auch hier vorgestellt. 

 

Was hat dich denn dazu bewogen, das Praktikum genau hier zu machen?

Ehrlich gesagt dachte ich erst nicht, dass Forschung etwas für mich ist. Ich brauche einen Plan, sonst funktioniere ich nur sehr eingeschränkt. In der Forschung hast du erst mal keinen Plan. Du hast die Aufgabe etwas zu entwickeln und musst dir von da an selbst überlegen, was der Plan ist. Ich habe angefangen, das wirklich zu mögen, weil es nicht so routinemäßig ist. Man kann immer was Neues entdecken, was Neues lernen – vor allem hier mit den vielen Themen, den Austauschen und den ganzen Mitarbeitenden.

 

Woran arbeitest du gerade?

Mein Projekt heißt DeVOID. Es soll Menschen in Videoaufnahmen erstmal unkenntlich machen und sie dann im Nachhinein komplett aus dem Bild entfernen. Es werden also keine Aufnahmen von Menschen gespeichert, was helfen soll, Datenschutzrichtlinien einzuhalten.  Im Nachhinein wäre das Inpainting gut für Analyse- und Dokumentationszwecke, weil unser Fokus ja nicht auf den Personen liegt, sondern auf den Maschinen und was diese machen.

 

Wenn du sagst, Forschung hat sich für dich als sehr variabel herausgestellt – wie sieht dann so ein Arbeitsalltag für dich aus?

Mein normaler Arbeitsalltag beginnt damit, dass ich mir erstmal einen kleinen Plan mache. Ich habe ein paar Hauptaufgaben, an denen ich arbeite: einmal den Code an sich, der ist noch unterteilt in das Inpainting und die Segmentierung – also einmal die Masken erstellen, die Menschen erkennen, und einmal die Bilder bearbeiten. Ich benutze schon bekannte Modelle, aber die sind nicht auf mein Setup ausgelegt, also habe ich die nochmal konfiguriert und umgeändert, damit es bei mir passt. Dann muss ich die Dokumentation machen und schauen, wie das mit der Hardware aussieht – derzeit mache ich das auf meinem Laptop, aber eigentlich ist der Plan, das auf dem Jetson zu machen. Die Durchläufe dauern lange und währenddessen ist mein Laptop so ausgelastet, dass ich kaum dran arbeiten kann.

 

Welche Fähigkeiten aus deinem Studium kannst du hier einsetzen, und wo lernst du was komplett Neues?

Ich glaube mein Studium hat mir auf jeden Fall mit der Recherche und dem Ausprobieren geholfen. In der Informatik muss man einfach gut recherchieren können, viele Foren durchforsten und nach vielen Quellen schauen. Das kann ich durch mein Studium schon und das hat mir auch sehr viel geholfen. 

 

Was gefällt dir an der Arbeit hier besonders gut?

Einmal die Vielfalt – ich kann an vielen Sachen gleichzeitig arbeiten, was meiner Arbeitsweise sehr entgegenkommt. Wenn ich die ganze Zeit nur an einer Sache arbeiten würde, würde ich wahnsinnig werden. Manche Sachen brauchen auch mehr Brainpower, und dann kann man sich auf was anderes konzentrieren, wenn man mal eine Pause braucht.

Die Kolleginnen und Kollegen hier sind sehr freundlich und sehr hilfsbereit. Jedes Mal, wenn ich irgendwie Hilfe gebraucht habe, konnte mir sofort geholfen werden. Auf jeden Fall merkt man, dass die Leute hier mit Leidenschaft arbeiten. Wenn du eine Frage hast, hilft dir jeder – selbst wenn er keine Ahnung davon hat. Mein Betreuer nimmt sich immer die Zeit, meine Fragen zu beantworten, obwohl er sehr beschäftigt ist.

 

Was würdest du zukünftigen Praktikantinnen und Praktikanten raten?

Erstmal sehr offen zu sein. Spaß daran zu haben, zu lernen und sich zu informieren über alle möglichen Sachen. Und viel selbstständig suchen und schauen. Selbstständiges Arbeiten ist sehr wichtig, vor allem in der Forschung, weil niemand dich an der Hand führt. Also offen dafür sein und sich drauf einlassen, versuchen, nicht so in der Box zu denken.

 

Zurück