FiPtec startet als bayernweites Netzwerk für Forschung und Wissenstransfer in der Pflege
Die Hochschule Kempten übernimmt mit der Bayerischen Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) künftig die landesweite Koordination eines Netzwerks für Forschung und Wissenstransfer in der professionellen Pflege. Die zentrale Geschäftsstelle der Initiative ist am Bayerischen Zentrum Pflege Digital (BZPD) angesiedelt und vernetzt künftig Hochschulen, Universitäten und Partner aus der Pflegepraxis in ganz Bayern. Bayerns Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention Judith Gerlach gab am Montag im Theater Kempten den offiziellen Startschuss für FiPtec. Das Bayerische Gesundheitsministerium fördert die Forschungsinitiative mit rund 4,5 Millionen Euro. FiPtec ist ein zentraler Baustein der HighCare Agenda (HCA), mit der der Freistaat Bayern die Pflege zukunftsfest gestalten will.
„Mit der Ansiedlung der Forschungsinitiative übernimmt die Hochschule Kempten eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung der digitalen Pflege in Bayern. Das bestätigt die wissenschaftliche Kompetenz unseres Bayerischen Zentrums Pflege Digital und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten, Forschungsergebnisse gemeinsam mit unseren Partnern schneller in die pflegerische Praxis zu überführen“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Wolfgang Hauke.
FiPtec bündelt die pflegewissenschaftliche Expertise der bayerischen Hochschulen und Universitäten und vernetzt sie mit Einrichtungen der Pflegepraxis. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Versorgung zu übertragen und Innovationen gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu werden verschiedene Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, die den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis fördern. Geplant sind unter anderem wissenschaftliche Stellungnahmen und Fachveranstaltungen. Eng zusammenarbeiten wird FiPtec außerdem mit dem Kompetenzcluster innovative Pflege (KiPf) am Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach betonte: „Mit FiPtec startet eine umfassende Forschungsoffensive für mehr Digitalisierung in der Pflege. Im Fokus steht vor allem die Frage, welche neuen Technologien tatsächlich für die Praxis sinnvoll nutzbar sind, um die Pflege menschlicher und zukunftsfester zu gestalten. Denn nur was von Pflegenden und Pflegebedürftigen als Mehrwert empfunden wird, kann es von der Forschung in den Pflegealltag schaffen. Dieser enge Schulterschluss zwischen Forschung und Anwendung ist auch ein wesentliches Merkmal unserer HighCare Agenda.“
Neben der wissenschaftlichen Vernetzung setzt FiPtec damit auf einen engen Austausch mit der Pflegepraxis. „Wir wollen mit Pflegefachpersonen und Pflegeeinrichtungen in Bayern ins Gespräch kommen, um ihre Bedarfe besser zu verstehen und sie gezielt bei der digitalen Transformation zu unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Mario R. Jokisch, Wissenschaftlicher Leiter des Bayerischen Zentrums Pflege Digital. Darüber hinaus entwickelt FiPtec eine Fortbildungsoffensive zur Digitalisierung in der professionellen Pflege. „Wir entwickeln ein Schulungsprogramm, damit Pflegeeinrichtungen künftig auf qualifizierte Personen zurückgreifen können, die in ihrer Einrichtung entsprechende Digitalisierungsprozesse vorantreiben. Gleichzeitig untersuchen wir wissenschaftlich die Innovationsbereitschaft und Innovationsfähigkeit in der professionellen Pflege, um digitale Lösungen möglichst passgenau und praxistauglich zu gestalten“, so Jokisch.
Begleitet wurde die Eröffnung von einem Fachprogramm mit Vorträgen, Posterpräsentationen und Podiumsdiskussionen. Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Pflegepraxis diskutierten dabei über den Stand der Digitalisierung in der Pflege sowie über Wege, innovative Technologien künftig noch schneller in die Versorgung zu bringen. Zu den Diskussionsgästen gehörten unter anderem der CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek, sowie Vertreter der Hochschulen und der Pflegepraxis.
Foto: Eröffnung Bayerische Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec). V. l. n. r.: Prof. Dr. Mario R. Jokisch, Wissenschaftlicher Leiter des BZPD, Joachim Konrad, MdL, Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Prof. Dr. Wolfgang Hauke, Präsident der Hochschule Kempten, Klaus Holetschek, MdL und CSU-Fraktionsvorsitzender, Dr. Florian Fischer, Abteilungsleitung „Versorgung und Teilhabe“ am BZPD; Bildnachweis: Hochschule Kempten/BZPD