Hochschule und MAHA entwickeln Technologien für die Fahrzeugvermessung der Zukunft
Die Hochschule Kempten und die MAHA SE & Co. KG starten mit dem Forschungsprojekt “MAHALO (MAHA Location & Orientation Measurement)” ihr erstes gemeinsames Vorhaben im Rahmen des bestehenden Kooperationsvertrags. Das Projekt markiert einen wichtigen Meilenstein der strategischen Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Allgäu.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Bernd Pinzer, Leiter des IMS - Institut für Maschinelles Sehen der Hochschule Kempten, werden in den kommenden zwölf Monaten neue Verfahren zur präzisen Positions- und Orientierungsbestimmung entwickelt. Ziel ist es, bestehende Technologien weiterzuentwickeln und innovative Ansätze zu erforschen, die leistungsfähiger und zugleich wirtschaftlicher einsetzbar sind.
Neue Ansätze für die Positionsbestimmung
Die sogenannte Positionsbestimmung spielt eine zentrale Rolle in modernen Fahrzeugprüf- und Messsystemen. Sie ermöglicht nicht nur die genaue Lokalisierung eines Fahrzeugs oder Messobjekts, sondern auch die Erfassung seiner räumlichen Ausrichtung. Solche Verfahren werden unter anderem bei der Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen, der Achsvermessung sowie in automatisierten Prüfprozessen benötigt.
Ausgangspunkt des Projekts ist der von MAHA entwickelte Forschungsprototyp “MAIA”, ein System zur automatisierten Fahrzeugvermessung. Im Rahmen von MAHALO untersucht das Forschungsteam alternative Methoden, die eine präzise Lokalisierung ohne aufwendige Kalibrierung und kostenintensive Hardware ermöglichen. Die Ergebnisse sollen direkt in die Weiterentwicklung des Systems einfließen und zugleich neue Grundlagen für zukünftige Generationen von Fahrzeugprüftechnik schaffen.
„Mit MAHALO setzen wir das erste sichtbare Zeichen, dass unsere Kooperation mit der Hochschule Kempten weit mehr ist als eine Absichtserklärung. Wir investieren gezielt dort, wo wissenschaftliche Tiefe und industrielle Anwendung zusammenfinden und stärken damit zugleich den Forschungsstandort Allgäu. Die Themen, an denen wir gemeinsam arbeiten, entscheiden mit darüber, wie Fahrzeuge in fünf oder zehn Jahren geprüft und vermessen werden“, erklärt Dr. Peter Geigle, Geschäftsführer der MAHA Group.
Wissenstransfer stärkt den Forschungsstandort Allgäu
Auch aus Sicht der Hochschule steht das Projekt beispielhaft für den erfolgreichen Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. „MAHALO ist ein Paradebeispiel für gelungenen Wissens- und Technologietransfer: Konkrete industrielle Fragestellungen treffen auf exzellente Forschung. Davon profitieren beide Seiten und vor allem unsere Studierenden, die unmittelbar an realen Aufgabenstellungen mitarbeiten können“, betont Prof. Dr. Regina Schreiber, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Hochschule.
Das Projekt läuft von September 2026 bis August 2027 und verfügt über ein Gesamtvolumen von rund 160.000 Euro. Mit MAHALO stärken die Hochschule und MAHA gemeinsam den Forschungs- und Innovationsstandort Allgäu und leisten einen Beitrag zur Entwicklung zukünftiger Technologien für die automatisierte Fahrzeugprüfung.
Foto: Prof. Dr. Regina Schreiber, Vizepräsidentin Forschung und Transfer der Hochschule Kempten und Dr. Peter Geigle, Geschäftsführer, MAHA Group vor dem Forschungsprototypen MAIA am MAHA-Stammsitz in Haldenwang. Bildnachweis: MAHA Group