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15.05.2026

„Kümmern verbindet“: Unterstützung und Pflege in der Häuslichkeit

Bayernweite Studie der Hochschule startet

Eine Angehörige begleitet eine ältere Frau im Rollstuhl in einer häuslichen Umgebung. Beide lächeln sich an, während die Pflegekraft beruhigend die Hand der Seniorin hält. Die Szene vermittelt persönliche Betreuung, Vertrauen und menschliche Nähe im Bereich der häuslichen Pflege.

Die Hochschule Kempten startet eine Studie zu privat erbrachter gesundheitlicher Unterstützung und Pflege. Die bayernweit repräsentative Umfrage liefert Erkenntnisse zu den Lebensrealitäten von pflegenden Angehörigen und den von ihnen versorgten Menschen.

In Bayern sind gut 630.000 Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Mehr als 82 Prozent der Pflegebedürftigen, also etwa 520.000 Personen, werden zu Hause versorgt. Noch größer wird die Gruppe, wenn man Menschen hinzunimmt, die im Alltag aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder aufgrund des Alters Unterstützung benötigen, aber noch keinen Pflegegrad haben. Deren Unterstützung und Pflege übernehmen in aller Regel ihnen nahestehende Personen, meist Familienangehörige. Bislang ist noch wenig dazu bekannt, was die Herausforderungen und mögliche Erleichterungen in dieser Lebenssituation sind.

Die Hochschule Kempten startet daher die wissenschaftliche Studie „Kümmern verbindet“. Ziel der Studie ist es, verlässliche Informationen zur Gesundheit, zum Wohlbefinden und zur Beziehung der beiden an der Unterstützung beteiligten Personen zu gewinnen. Ein weiteres Thema der Studie ist das Potenzial, die Versorgung von älteren Menschen unter Nutzung digitaler Möglichkeiten neu zu gestalten.

„Wir brauchen fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, um Akteuren und Entscheidungsträgern in der Politik auf kommunaler, regionaler und überregionaler Ebene Konkretes an die Hand geben zu können, damit sie gute und richtungsweisende Entscheidungen in der Gesundheits- und Pflegepolitik treffen können“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Mario Jokisch.

40.000 Haushalte werden kontaktiert
In Zusammenarbeit mit dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH versendet die Hochschule Kempten Fragebögen an 40.000 zufällig ausgewählte Menschen ab 60 Jahren in ganz Bayern. Das Besondere an der Studie „Kümmern verbindet“ ist, dass jeweils zwei Perspektiven einbezogen werden: die der Person, die Unterstützung erhält, und die der Person, die diese Unterstützung leistet. Frühere Studien haben die Sichtweise hilfe- und pflegebedürftiger Menschen häufig nicht berücksichtigt. Darüber hinaus werden die Teilnehmenden mit ihrem Einverständnis mehrfach befragt. Dadurch lassen sich Veränderungen und Dynamiken in der häuslichen Versorgung über einen längeren Zeitraum hinweg realistisch abbilden. Die Studie ermöglicht es, sowohl individuelle Entwicklungen als auch gesellschaftliche Transformationsprozesse zu analysieren.

Finanziert wird die Studie durch die Hightech Agenda Bayern, kurz HTA. Die HTA ist die zentrale Technologie- und Innovationsinitiative des Freistaats Bayern. Mit diesem Investitionsprogramm stärkt der Freistaat die staatlichen Hochschulen nachhaltig und setzt gezielte Impulse für Forschung, Lehre und Transfer in strategischen Zukunftsfeldern.

Weitere Informationen zur Studie

Foto: Symbolbild Häusliche Pflege; Bildnachweis: AdobeStock/Alexander Raths

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