Am vergangenen Donnerstag veranstaltete das Institut für Produktion und Informatik ein Netzwerktreffen zum Thema Industrie 4.0: Cyber Security. Rund 50 Teilnehmende kamen im Kornhaus Kempten zusammen, um sich über aktuelle digitale Bedrohungslagen, reale Angriffsszenarien und praxisnahe Lösungsansätze auszutauschen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein eindrucksvolles Live-Hacking von Marc Gessler (SySS GmbH). Anhand konkreter Beispiele demonstrierte er, wie schnell und vergleichsweise einfach digitale Systeme gehackt werden können. Beeindruckend war u. a. die Live-Demonstration, bei der digitale Schlösser innerhalb kürzester Zeit ausgelesen und geöffnet wurden.
Darüber hinaus zeigte er, wie Angreifer Nachrichten im Namen beliebiger Absender versenden können. Für den Empfänger ist es nicht von einer echten Nachricht zu unterscheiden. Ein weiteres Highlight war die Simulation eines Angriffs auf ein Modell eines Staudamms, bei dem deutlich wurde, wie verwundbar kritische Infrastrukturen gegenüber Cyberangriffen sein können. Die zentrale Erkenntnis: Viele Systeme sind angreifbarer, als allgemein angenommen wird.
Im Anschluss beleuchtete Alexander Hauke (KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) die Thematik aus strategischer Perspektive. In seinem Vortrag ging es um strukturierte Risikobewertung in Unternehmen sowie um Methoden zur Identifikation von Schwachstellen. Er erläuterte die notwendigen Schritte des Sicherheitsprozesses, von der initialen Analyse über die Bewertung von Risiken bis hin zur Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen und der kontinuierlichen Überprüfung.
Das Netzwerktreffen bot nicht nur fachliche Impulse, sondern auch Raum für offenen Austausch zwischen Unternehmen, Experten und Interessierten. Die Kombination aus praxisnaher Demonstration und strategischer Einordnung machte die Veranstaltung besonders interessant für alle Teilnehmenden.
Alexander Hauke erklärt den Ablauf der strukturierten Risikobewertung. Foto: Ronja Tennigkeit / IPI Sonthofen / HS Kempten
Marc Gessler zeigt, wie einfach eine Smarte Steckdose zu hacken ist. Foto: Ronja Tennigkeit / IPI Sonthofen / HS Kempten