Bayerische Betriebe sind bereit für neue Auszeithof-Angebote
Mit der Übergabe der Teilnahmezertifikate an landwirtschaftliche Betriebe aus ganz Bayern ist das erste Qualifizierungsprogramm für Auszeithöfe erfolgreich abgeschlossen worden. Die Zertifikate wurden im Rahmen des Auszeithöfe-Aktionstags auf dem Gäuboden-Alpaka-Hof in Geiselhöring verliehen. Organisiert wurde die Fortbildungsreihe erstmals von der Koordinierungsstelle Auszeithöfe an der Hochschule Kempten.
Das Interesse am Programm war groß: Die teilnehmenden Betriebe bereiteten sich über mehrere Monate gezielt darauf vor, eigene Auszeithof-Angebote zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist es, wohnortnahe Entlastungsangebote für ältere Menschen, Menschen mit Demenz sowie pflegende An- und Zugehörige im ländlichen Raum zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Qualifizierung standen praxisnahe Inhalte rund um die Konzeption, Organisation und Vermarktung von Auszeithof-Angeboten. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden Einblicke in wissenschaftliche Grundlagen und Qualitätsstandards. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Menschen mit pflegerischem Unterstützungsbedarf. Im Rahmen einer integrierten Demenz-Partner-Schulung wurden die Betriebe für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz sensibilisiert. Ergänzend beschäftigten sie sich mit Möglichkeiten der natur- und tiergestützten Betreuung und Aktivierung älterer Menschen. Erfahrungsberichte bereits etablierter Auszeithöfe sowie der fachliche Austausch innerhalb der Gruppe lieferten zusätzliche Impulse für die praktische Umsetzung auf den eigenen Höfen.
„Auszeithöfe verbinden soziale Unterstützung mit den besonderen Ressourcen landwirtschaftlicher Betriebe und schaffen wohnortnahe Entlastungsangebote“, betont Prof. Dr. Philipp Prestel, Projektleiter der Koordinierungsstelle Auszeithöfe an der Hochschule Kempten. „Die teilnehmenden Betriebe sind nun gut aufgestellt, ihre Angebote qualitätsgesichert umzusetzen und weiterzuentwickeln.“
Bundesminister Alois Rainer informiert sich über Soziale Landwirtschaft
Besonderen Besuch erhielt der Aktionstag durch den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer. Prof. Dr. Philipp Prestel nutzte die Gelegenheit zum Austausch über die Zukunft der Sozialen Landwirtschaft, die Rolle landwirtschaftlicher Betriebe in der Betreuung älterer Menschen sowie die Bedeutung niedrigschwelliger Entlastungsangebote im ländlichen Raum.
Auch nach Abschluss der Qualifizierung begleitet die Koordinierungsstelle Auszeithöfe die angehenden Auszeithöfe weiter. Durch regionale Netzwerke, regelmäßige Treffen und den Erfahrungsaustausch unterstützt die Hochschule Kempten die Betriebe beim Aufbau und der langfristigen Weiterentwicklung ihrer Angebote. Die Koordinierungsstelle begleitet bayernweit den Aufbau regionaler Auszeithof-Netzwerke und fördert die Entwicklung qualitätsgesicherter, alltagsnaher Betreuungsangebote auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Foto: Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Qualifizierungsprogramm für Auszeithöfe; Bildnachweis: Landkreises Straubing-Bogen; Foto 2: Prof. Dr. Philipp Prestel, Projektleiter der Koordinierungsstelle Auszeithöfe (links) mit Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat; Bildnachweis: BMLEH