AOK Bayern und Techniker Krankenkasse fördern neues Hochschulgesundheitsmanagement mit 300.000 Euro
Gesund studieren, lehren und arbeiten: Dafür braucht es mehr als einzelne Kurse oder Angebote. Auch Prüfungsphasen, Arbeitsorganisation, psychische Gesundheit oder Bewegung prägen den Hochschulalltag. Mit einem neuen Hochschulgesundheitsmanagement nimmt die Hochschule Kempten diese Themen künftig gemeinsam für Studierende und Beschäftigte in den Blick. AOK Bayern und Techniker Krankenkasse fördern den Aufbau über drei Jahre mit insgesamt 300.000 Euro.
Die Förderung läuft bis zum 30. September 2029, beide Krankenkassen beteiligen sich zu gleichen Teilen. Ein zentraler Baustein ist eine eigene Vollzeit-Projektkoordinationsstelle. Sie schafft zusätzliche personelle Kapazitäten für den weiteren Aufbau und konzentriert sich insbesondere auf studentische Gesundheitsprojekte, die Weiterentwicklung und Zusammenführung von Studentischem und Betrieblichem Gesundheitsmanagement. AOK Bayern und Techniker Krankenkasse unterstützen den Aufbau nicht nur finanziell, sondern auch fachlich. Mit ihrer gemeinsamen Förderung wollen sie dazu beitragen, Gesundheitsförderung langfristig in den Hochschulstrukturen zu verankern und dabei die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen von Studierenden und Beschäftigten in den Blick zu nehmen.
Gesundheit über Statusgruppen hinweg denken
Bislang wurden Gesundheitsfragen für Studierende und Beschäftigte vor allem in getrennten Strukturen bearbeitet. Künftig sollen Themen, die beide Gruppen betreffen, stärker gemeinsam betrachtet werden.
„Eine nachhaltige Gesundheitsförderung braucht verlässliche Strukturen und eine gute Vernetzung. Das neue Hochschulgesundheitsmanagement hilft uns, Bedarfe systematisch aufzugreifen und daraus Maßnahmen zu entwickeln, die im Hochschulalltag tatsächlich ankommen“, sagt Silke Schweiger, Leiterin der Stabsstelle Gesundheitsmanagement und Personalentwicklung.
Mit rund 650 Beschäftigten und 4.700 Studierenden ist die Hochschule Kempten ein bedeutender Arbeits-, Studien- und Lebensort in der Region. Mehr als 5.000 Menschen verbringen hier einen wesentlichen Teil ihres Alltags. Deshalb nimmt das Hochschulgesundheitsmanagement neben dem individuellen Gesundheitsverhalten auch die Bedingungen in den Blick, unter denen an der Hochschule studiert, gelehrt und gearbeitet wird. Ein Beispiel sind besonders intensive Phasen wie Prüfungszeiten oder Zeiten hoher Arbeitsverdichtung. Gemeinsam mit den jeweiligen Bereichen wird betrachtet, wo vermeidbare Belastungen entstehen und wie sich Rahmenbedingungen verbessern lassen.
Von psychischer Gesundheit bis Bewegung
Zu den Themenfeldern gehören unter anderem psychische Gesundheit, Bewegung und Prävention. Wie vielfältig die Angebote sein können, zeigt aktuell die Aktionswoche zur Woche der seelischen Gesundheit mit Angeboten zu Mental Health First Aid und einem Aktionstag für Studierende und Beschäftigte, die Angehörige pflegen. Das Hochschulgesundheitsmanagement greift zudem auf die Expertise innerhalb der Hochschule zurück. Das IGG – Institut für Gesundheit und Generationen hat bereits den Aufbau des Studentischen Gesundheitsmanagements begleitet. Auch die Fakultät Soziales und Gesundheit sowie das Büro für Gleichstellung, Familie und Diversity bringen ihre Perspektiven ein.
Für Hochschulpräsident Prof. Dr. Wolfgang Hauke liegt darin auch eine strategische Aufgabe der Hochschule: „Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Studium, Lehre und Arbeit langfristig gut gelingen können und tragen zu einer erhöhten Arbeitszufriedenheit bei. Deshalb wollen wir Gesundheit bei der Gestaltung unserer Studien- und Arbeitsbedingungen systematisch mitdenken. Das neue Hochschulgesundheitsmanagement schafft dafür eine wichtige Grundlage.“
Das Hochschulgesundheitsmanagement ist in der Stabsstelle Gesundheitsmanagement und Personalentwicklung angesiedelt und dient als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um Gesundheitsförderung und Prävention.
Foto: Startschuss für das neue Gesundheitsmanagement an der Hochschule Kempten: v. l. n. r. Tobias Meier, AOK Bayern - Die Gesundheitskasse, Direktion Kempten-Oberallgäu-Lindau, Michael Hauke, Beiratsvorsitzender AOK, Stephan Fischer Techniker Krankenkasse, Thomas Michel, Direktor der AOK Kempten-Oberallgäu-Lindau, Prof. Dr. Wolfgang Hauke, Hochschulpräsident, Christian Herrmann, Kanzler, Silke Schweiger, Leiterin Stabstelle Gesundheitsmanagement und Personalentwicklung, Eva-Maria Ertel und Felix Ehmann, Team HGM, Prof. Dr. Marcus Zinsmeister, Fakultät Soziales und Gesundheit, Mohammad Fares Alahmad, Studierendenvertretung sowie Martina Müller-Amthor, Team HGM. Bildnachweis: Hochschule Kempten/David Sieblitz