Melina Kühn schloss 2020 ihr Bachelorstudium im Tourismusmanagement an der Hochschule Kempten ab. Heute arbeitet sie an der Schnittstelle von Unternehmertum, Wissenschaft und Künstlicher Intelligenz: als CEO von Nexum Intelligence und Honorardozentin an der IU Internationalen Hochschule. Ab November 2026 kommt eine weitere Perspektive hinzu – dann wird sie als Research Associate an der Universität Augsburg zur Zusammenarbeit von Menschen und autonomen KI-Agenten forschen.
Tourismusmanagement studiert – und heute Unternehmerin im Bereich Künstliche Intelligenz? Auf den ersten Blick liegen zwischen Melina Kühns Studium und ihrer heutigen Tätigkeit einige Schritte. Gerade das macht ihren Weg interessant.
Als CEO von Nexum Intelligence entwickelt Melina KI-Systeme, die Organisationen dabei unterstützen sollen, komplexe Entscheidungen fundierter und verantwortungsvoller zu treffen. Dabei geht es für sie nicht allein um Technologie. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen und Künstliche Intelligenz sinnvoll zusammenarbeiten können.
Gleichzeitig ist Melina Honorardozentin an der IU Internationalen Hochschule. Dort vermittelt sie Inhalte aus den Bereichen Leadership, wissenschaftliches Arbeiten und Unternehmensgründung.
Ab November 2026 erweitert sich diese Verbindung von Praxis und Wissenschaft noch einmal: An der Universität Augsburg wird sie als Research Associate zur Zusammenarbeit von Menschen und autonomen KI-Agenten im Vertrieb und Marketing forschen und lehren.
Alle drei Bereiche verbindet für sie eine gemeinsame Frage: Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI verständlich, wirksam und verantwortungsvoll gestaltet werden?
Als Unternehmerin besteht Melinas Aufgabe nicht nur darin, neue technologische Möglichkeiten zu erkennen. Sie muss diese auch in Lösungen übersetzen, die für Organisationen praktisch nutzbar sind.
Bei Nexum Intelligence verantwortet sie die strategische Entwicklung der KI-Systeme und begleitet Unternehmen bei deren Einführung. Dabei verbindet sie technische Möglichkeiten mit organisatorischen und menschlichen Fragestellungen.
In ihrer Lehrtätigkeit nimmt sie eine andere Perspektive ein. Dort geht es darum, Wissen zu vermitteln, wissenschaftliches Arbeiten zu fördern und Studierende mit Themen wie Leadership und Unternehmensgründung vertraut zu machen.
Mit ihrer Forschung kommt eine dritte Perspektive hinzu: wissenschaftlich zu untersuchen, wie Menschen und autonome KI-Agenten künftig zusammenarbeiten können.

Gerade hier wird die Verbindung zu Melinas Studium sichtbar. Entscheidend sind für sie heute nicht einzelne touristische Fachinhalte, sondern Fähigkeiten, die sie während ihres Studiums entwickelt hat.
Sie hebt besonders hervor, komplexe Zusammenhänge strukturiert analysieren und Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu können. Durch den Praxisbezug des Studiums habe sie früh gelernt, wirtschaftliche, technologische und menschliche Faktoren gemeinsam zu denken.
Genau diese Verbindung ist heute ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit mit Künstlicher Intelligenz. Ein KI-System ist für Melina nicht ausschließlich eine technische Lösung. Es muss auch zu einer Organisation, ihren Abläufen und den Menschen passen, die damit arbeiten.
Auch kommunikative und konzeptionelle Fähigkeiten aus dem Studium helfen ihr weiterhin – ob als Unternehmerin, in der Lehre oder in der Forschung.
Der heutige Bachelor Tourismusmanagement an der Hochschule Kempten verbindet ebenfalls touristische Inhalte mit Unternehmensführung, Personalmanagement, Marketing, Projektmanagement, Nachhaltigkeit und Digitalisierung und setzt auf einen engen Praxisbezug.
Wenn Melina an ihre Studienzeit in Kempten zurückdenkt, ist es vor allem dieser Praxisbezug, der ihr in Erinnerung geblieben ist.
Ihr Praxissemester zeigte ihr früh, welchen Unterschied es macht, theoretisches Wissen nicht nur zu lernen, sondern direkt in realen Projekten anzuwenden.
Prägend war für sie aber auch die Gemeinschaft. Besonders positiv erinnert sie sich an das Miteinander der Studierenden – auch über die Grenzen des eigenen Studiengangs hinaus.
Hinzu kamen praxisorientierte Vorlesungen und Studienreisen, unter anderem nach Berlin und Rhodos. Für Melina eröffneten diese Erfahrungen neue fachliche und internationale Perspektiven.
Diese Kombination aus Praxis, Gemeinschaft und unterschiedlichen Blickwinkeln prägt ihre Verbindung zur Hochschule Kempten bis heute.
Melinas heutige Arbeit rund um Künstliche Intelligenz war nicht automatisch durch die Bezeichnung ihres Bachelorstudiums vorgegeben. Genau darin liegt für sie eine wichtige Botschaft für Menschen, die heute vor der Studienwahl stehen.
Ihr Rat ist, nicht ausschließlich danach zu fragen, welcher konkrete Beruf später zu einem Studiengang passt. Wichtiger sei zunächst, ob die Inhalte echtes Interesse wecken und ob man sich vorstellen kann, sich intensiv damit auseinanderzusetzen.
Ebenso wichtig findet sie praktische Erfahrungen durch Projekte, Praktika und den Austausch mit Unternehmen sowie ein Hochschulumfeld, in dem man Fragen stellen, Menschen kennenlernen und sich persönlich weiterentwickeln kann.
Und vor allem:
„Die Studienwahl legt nicht den gesamten Lebensweg fest. Sie ist ein Ausgangspunkt.“
Was danach entsteht, hängt für Melina auch von Engagement, Neugier und der Bereitschaft ab, neue Richtungen auszuprobieren.
Melinas Karriere ist damit kein typischer vorgezeichneter Berufsweg nach einem Tourismusstudium – und genau deshalb kann sie für Studieninteressierte besonders interessant sein.
Ihr Beispiel zeigt, wie Kompetenzen aus dem Studium in andere Themenfelder übertragen werden können: analytisches und konzeptionelles Arbeiten, Kommunikation, wirtschaftliches Denken, Praxisorientierung und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven miteinander zu verbinden.
Auch die Fakultät Tourismus-Management betont heute, dass ihre Studiengänge über klassische touristische Berufsfelder hinaus Kompetenzen wie vernetztes Denken, Methoden- und Kommunikationskompetenz vermitteln können.
Welcher konkrete Berufsweg daraus entsteht, ist individuell. Bei Melina führt er heute mitten hinein in ein Feld, das sich gerade rasant entwickelt: die Zusammenarbeit von Mensch und Künstlicher Intelligenz.
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