Mit sechs unterschiedlichen Challenges sind Teams verschiedener bayerischer Hochschulen in das KI-Lernlabor Bayern gestartet. Beim dreitägigen Kick-off vom 21. bis 23. September 2026 in Nürnberg standen der hochschulübergreifende Austausch und die gemeinsame Weiterentwicklung der Projektideen im Mittelpunkt. Auch das ZHK ist mit einem interdisziplinären Team vertreten.
Das KI-Lernlabor bietet Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden die Möglichkeit, über ein Jahr hinweg gemeinsam an unterschiedlichen Herausforderungen rund um den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Hochschulkontext zu arbeiten. Die Themen reichen von der Förderung eigenständigen Denkens und der Entwicklung von KI-Kompetenzen bis hin zu neuen Lehr- und Prüfungsformaten und Fragen der Chancengerechtigkeit.
Erst das Problem verstehen, dann Lösungen entwickeln
Beim Kick-off in Nürnberg beschäftigten sich die sechs Teams zunächst intensiv mit den Herausforderungen, die ihren jeweiligen Projektideen zugrunde liegen. In aufeinander abgestimmten Workshopphasen wurden konkrete Ausgangssituationen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, mögliche Problemlagen bewusst zugespitzt und neue Handlungsmöglichkeiten erkundet.
Die überwiegend analoge Arbeit innerhalb der Teams und in hochschulübergreifenden Peergroups bot Raum, eigene Annahmen zu hinterfragen, unterschiedliche Sichtweisen einzubeziehen und neue Impulse für die weitere Projektarbeit zu gewinnen.
Die Kemptener Challenge: Eine eigene Programmiersprache entwickeln
Das Projektteam der Hochschule Kempten besteht aus Prof. Dr. Peter Stich, Norbert Grotz von der Fakultät Elektrotechnik, Dr. Paula Bartel und Emese Tasnadi vom Zentrum für Hochschuldidaktik Kempten (ZHK) und dem Studenten Konstantin Apostolou.
Im Mittelpunkt der Kemptener Challenge steht ein neuer Lernweg zur Vermittlung grundlegender Programmierkonzepte und algorithmischen Denkens: Studierende entwerfen zunächst ohne digitale Unterstützung eine eigene kleine Programmiersprache. Erst anschließend kommt KI zum Einsatz, um aus den studentischen Entwürfen eine funktionierende Programmierumgebung zu entwickeln.
Ziel ist es, grundlegende Konzepte und logische Abläufe der Programmierung durch die eigenständige Entwicklung einer Sprache verständlich zu machen.
Wie geht es weiter?
Zwischen den regelmäßigen Präsenztreffen arbeiten die sechs Hochschulteams eigenständig an ihren Challenges. Die gemeinsamen Workshops bieten Gelegenheit, bisherige Entwicklungsschritte zu reflektieren, neue Fragestellungen aufzugreifen und die Projekte durch fachliche und didaktische Impulse weiterzuentwickeln.
Das nächste Präsenztreffen findet im Dezember 2026 statt, weitere gemeinsame Arbeitsphasen folgen im April und Juni 2027. Den Abschluss bildet eine Werkschau im September 2027, bei der die Teams ihre Ergebnisse und Erkenntnisse präsentieren.
Das KI-Lernlabor bei BR24
Auch der Bayerische Rundfunk begleitete den Auftakt in Nürnberg. Im Beitrag „Wie KI sinnvoll ins Studium integriert werden soll“ kommt unter anderem Prof. Dr. Peter Stich von der Fakultät Elektrotechnik der Hochschule Kempten zu Wort. Den BR24-Beitrag in der ARD Mediathek kann man hier ansehen.