Rund 40 Teilnehmende kamen am 6. Oktober zum letzten Netzwerktreffen des Jahres bei Allgäu Digital in Kempten zusammen. Im Mittelpunkt des vom IPI Sonthofen organisierten Treffens standen drei Fachvorträge zur industriellen Nutzung der additiven Fertigung – von datengetriebenen Entwicklungs- und Produktionsprozessen über die Vernetzung von Industrie und Wissenschaft bis hin zur automatisierten Weiterverarbeitung von 3D-Daten.
Zum Auftakt begrüßte Institutsleiter Prof. Frieder Heieck die Gäste und stellte Christian Schiff als neuen Netzwerkmanager des IPI Sonthofen vor. Auch abseits des Vortragsprogramms gab es einiges zu entdecken: Zwei Exponate des Instituts veranschaulichten aktuelle Forschungsarbeiten. Ein mechanischer Greifer bewegte während der Veranstaltung additiv gefertigte Bälle zwischen verschiedenen Punkten. Ein weiterer Demonstrator zeigte die digitale Prozesskette des Projekts DiReMa, mit der Bauteile am Ende ihres Lebenszyklus automatisiert durch Remanufacturing wieder instandgesetzt werden können.
Den fachlichen Auftakt machte Johannes Siegert von Airbus Helicopters mit seinem Vortrag „Datengetriebene Industrialisierung und Qualifizierung in der additiven Fertigung“. Den regionalen Bezug zum Allgäu stellte er über den klassischen Rettungshubschrauber her und gab zunächst einen Einblick in Airbus sowie dessen Bestrebungen für eine nachhaltigere Luft- und Raumfahrt. Anschließend zeigte er konkrete Einsatzmöglichkeiten der additiven Fertigung in der Hubschrauberproduktion und verdeutlichte, welche Potenziale sich ergeben, wenn bestehende Produktionsprobleme mit neuen Ansätzen gedacht werden.
Im zweiten Vortrag stellte Dr. Anja Drescher den Verein Bavaria Makes e.V. vor. Ziel des Netzwerks ist es, das sogenannte „Valley of Death“ der Innovation zu überbrücken, Innovationen voranzutreiben und die additive Fertigung stärker in bestehende industrielle Workflows zu integrieren. Sie gab Einblicke in die Entstehung und Entwicklung des Netzwerks aus Industrie und Wissenschaft und zeigte auf, wie Bavaria Makes Unternehmen bei der Umsetzung konkreter Vorhaben unterstützen kann.
Den Abschluss des Vortragsprogramms gestaltete Yasin Öztürk von der Kyrall GmbH mit seinem Beitrag „Vom Mesh zum Feature-Tree: STL-Daten wieder konstruierbar machen“. Das Unternehmen arbeitet daran, den Designworkflow in der additiven Fertigung weiter zu automatisieren. Öztürk berichtete über die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate, stellte die aktuellen Möglichkeiten der Lösung vor und gab einen Ausblick auf die nächsten Entwicklungsschritte.
Zum Abschluss des Treffens boten Getränke und Häppchen den passenden Rahmen für den persönlichen Austausch. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, die vorgestellten Themen zu vertiefen, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen und neue Kontakte innerhalb des Netzwerks zu knüpfen.
Institutsleitung Prof. Frieder Heieck begrüßte das Publikum zum Netzwerktreffen Industrie 4.0 bei Allgäu Digital in Kempten. Foto: Ronja Tennigkeit/HS Kempten
Dr. Anja Drescher, Referentin des Vorstandes/Operations Manager bei Bavaria Makes e.V., sprach über "Ein starkes Ökosystem für die Zukunft der Additiven Fertigung". Foto: Ronja Tennigkeit/HS Kempten
Saskia Glück, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IPI Sonthofen, informierte über ihr Forschungsprojekt DiReMa. Foto: Ronja Tennigkeit/HS Kempten
Vom Mesh zum Feature-Tree - STL-Daten wieder konstruierbar machen: Yasin Öztürk, Founder‘s Associate der Kyrall GmbH, bei seinem Vortrag anlässlich des Netzwerktreffens I4.0. Foto: Ronja Tennigkeit/HS Kempten
Dr. Florian Huber und Saskia Glück vom IPI Sonthofen erklärten dem Fachpublikum die Funktion des mechanischen Greifers. Ronja Tennigkeit/HS Kempten