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25.09.2026

Podiumsdiskussion „Zukunft Innenstadt – Handel, Begegnung und Lebensqualität“

Was macht Lebensqualität in Innenstädten aus und welchen Beitrag kann Verkehrsberuhigung dabei leisten? Dies war die zentrale Frage einer Podiumsdiskussion am Montagabend in den Räumlichkeiten der Fakultät Tourismus-Management an der Hochschule Kempten. Die Veranstaltung zum Thema „Zukunft Innenstadt – Handel, Begegnung und Lebensqualität“ wurde organisiert von Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten, architekturforum Allgäu, Altstadtfreunde Kempten und der Hochschule Kempten.

Dekan Prof. Dr. Guido Sommer durfte die Veranstaltung eröffnen und einen Bezug zu unseren Studiengängen sowie Instituten herstellen. Levke Sönksen vom Deutschen Institut für Urbanistik machte klar, dass Mobilität "im doppelten Sinne" bewege: Einerseits physisch, andererseits aber auch emotional und gestalterisch. Herausfordernd sei immer, dass Entwicklung vielen Akteuren Mehrwerte bieten müsse, die betroffenen Menschen aber unterschiedlich stark profitieren. Sicher haben Gewerbetreibende ein berechtigtes größeres Interesse, es gelte allerdings die Gestaltung als gemeinschaftliche Aufgabe zu begreifen.

Auf dem Podium, welches neben Levke Sönksen auch von Christian Campagna (Geschäftsführer Trendhaus Reischmann und Vorstandsmitglied Citymanagement Kempten) sowie Prof. Dr. Robert Keller (Leitung Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung, INIT) besetzt wurde war man sich einig, dass es weniger um einzelne Verkehrsmittel gehe, sondern um die grundsätzliche Erreichbarkeit von innerstädtischem Angebot. Gerade in einer Stadt wie Kempten, die ein starkes Einzugsgebiet aus dem Umland habe, sei dies wichtig. Parkplätze seien vorhanden, laut Christian Campagna müsse allerdings ein Leitsystem verbessert werden. Levke Sönksen verwies auf Studienergebnisse, in denen nicht nachgewiesen werden konnte, dass eine Reduktion von Parkplätzen mit einem Rückgang an Umsätzen zusammenhänge, allerdings sei die Studienlage schwierig, da Ergebnisse zumeist nur für Großstädte vorlägen. Aus dem Publikum wurde nach einer Verkehrsberuhigung innerhalb des Stadtrings auf Tempo 30 gefragt. Großer Widerspruch kam seitens der Experten nicht, da man sich weitgehend einig war, dass dies keinen signifikanten Zeitverlust bedeute, vielmehr würden Lärm und Emissionen reduziert sowie die Sicherheit erhöht. Auch eine Verlängerung und Attraktivierung der Fußgängerzone nach Süden in Richtung Forum Allgäu sei denkbar, da umliegende Parkhäuser wegfallende Parkplätze kompensieren könnten. Einig waren sich die Experten, dass es Orte mit hoher Aufenthaltsqualität geben müsse, auch und gerade vor dem Hintergrund von Hitze- und anderen Extremwetterszenarien. 

Prof. Dr. Robert Keller wies auf die Stärken eines Bürger-Panels hin, welches das INIT gerade in Füssen pilotiere. Dies sei auch für Kempten eine gute Möglichkeit, um den Menschen in Kempten eine Stimme zu geben und Reaktionen auf Veränderungen messen zu können. Neben dem Bürgerpanel biete das Institut zudem die Möglichkeit, über direkte Feedbacks an ausgewählten Orten die Aufenthaltsqualität zu messen.

Fotos: Guido Sommer

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