Hochschule Kempten startet Forschungsprojekt „SPAIC“ für den Mittelstand

Kempten. Wie können kleine und mittelständische Industrieunternehmen ihr Wissen sichern und ihre Produktionsprozesse niederschwellig digitalisieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue Forschungsprojekt SPAIC an der Hochschule Kempten. Ziel ist die Entwicklung einer auf generativer KI basierenden Plattform, die Unternehmen dabei unterstützt, Wissen, Ideen und die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen digital abzubilden und gezielt zu verbessern. „SPAIC – Smart Production AI Cockpit“ wird am EPT – Institut fürEffiziente Produktionstechnik der Hochschule Kempten unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Peter Wurster durchgeführt. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) für zwei Jahre mit bis zu 280.000 Euro.
Fachkräftemangel trifft auf fehlende Dokumentation
Viele kleine und mittelständische Unternehmen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Der Fachkräftemangel verschärft sich, gleichzeitig geht mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand wertvolles Erfahrungswissen verloren. Für neue Beschäftigte sind bestehende Abläufe daher oft schwer nachvollziehbar.
Hier setzt das Projekt SPAIC an: Mithilfe von künstlicher Intelligenz soll die Prozessdokumentation von Unternehmen des produzierenden Mittelstandes digitalisiert und optimiert werden. So bleibt wichtiges Know-how im Unternehmen erhalten und kann für zukünftige Generationen nutzbar gemacht werden.
Digitale Unterstützung ohne hohen Aufwand
Im Rahmen des Projekts entsteht eine KI-basierte Plattform, die produzierende Unternehmen Schritt für Schritt bei der Digitalisierung zentraler Prozesse unterstützt. Dazu zählen unter anderem das Ideen- und Wissensmanagement sowie die abteilungsübergreifende Kommunikation. Besonders für KMU soll der Einstieg niedrigschwellig sein: Mit überschaubarem Aufwand können Prozesse digital abgebildet, simuliert und gezielt verbessert werden. Die SPAIC-Plattform kombiniert verschiedene KI-Module und wird in enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern erprobt.
Prof. Dr.-Ing. Peter Wurster fasst zusammen: „Mit dem Projekt SPAIC bringen wir generative KI dorthin, wo sie realen Mehrwert stiftet: In die Fertigungshallen des produzierenden Mittelstandes. Mit überschaubarem Aufwand können Prozesse digital abgebildet, simuliert und systematisch optimiert werden. Ziel ist eine praxisnahe Lösung, die sich flexibel an unterschiedliche Unternehmensstrukturen anpassen lässt und das Fertigungspersonal dazu befähigt, den an sie gestellten Anforderungen in komplexer werdenden Produktionssystemen bestmöglich gerecht zu werden.“
Die Projektdauer endet im September 2027. Projektpartner ist die blu BEYOND GmbH.
Weitere Informationen zu SPAIC:
https://kefis.fza.hs-kempten.de/de/forschungsprojekt/862-spaic
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Peter Wurster
Tel.: +49 (0) 831-2523-9153 | peter.wurster(at)hs-kempten.de
Über das EPT – Institut für Effiziente Produktionstechnik
Das EPT – Institut für Effiziente Produktionstechnik der Hochschule Kempten ist eine anwendungsorientierte, interdisziplinäre Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie. Das Institut arbeitet gemeinsam mit Industriepartnern, anderen Forschungseinrichtungen und Verbänden an einer nachhaltigen Verbesserung von Fertigungsverfahren, einer Optimierung der Produktionstechnologien sowie an der Anpassung der jeweiligen Produkte an markt- und gesellschaftspolitische Anforderungen.
Über das ZIM-Programm
Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist ein Förderangebot des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz und unterstützt kreative Unternehmen bei der Realisierung guter Ideen mit passgenauen Fördermöglichkeiten.
Foto: Beispielhafte Darstellung Projekt SPAIC; Bildnachweis: Robert Kneschke_AdobeStock_422264595


