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12.02.2026

4,5 Millionen Euro für Pflegeforschung in Kempten

Bayerisches Gesundheitsministerium startet Forschungsinitiative Pflegetechnik am BZPD der Hochschule Kempten

Dr. Rainer Hutka, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie vom Bayerischen Zentrum Pflege Digital Prof. Dr. Mario Jokisch,  Alexander Karl, Dr. Florian  Fischer und Dr. Jana Brix halten den Förderscheck über rund 4,5 Millionen Euro in den Händen.

Mit der Übergabe eines Förderschecks über rund 4,5 Millionen Euro an das BZPD – Bayerische Zentrum Pflege Digital an der Hochschule Kempten hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention den offiziellen Startschuss für die Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) gegeben. Das pflegewissenschaftlich ausgerichtete Projekt ist ein zentraler Baustein der HighCare Agenda (HCA), mit der der Freistaat Bayern die Pflege zukunftsfest gestalten will. Eine Delegation des Bayerischen Zentrums Pflege Digital nahm die Fördertafel am Dienstag im Bayerischen Landtag von Amtschef Dr. Rainer Hutka persönlich entgegen.

Vernetzung als Leitprinzip
Kern der neuen Forschungsinitiative ist der systematische Aufbau eines bayernweiten Netzwerks: FiPtec vernetzt sämtliche Hochschulen und Universitäten mit pflegewissenschaftlicher Ausrichtung sowie Partner aus der Pflegepraxis auf Grundlage der HighCare Agenda. Arbeitsgemeinschaften aus Forschungseinrichtungen in ganz Bayern sichern dabei den Wissenstransfer in die Praxis. Geplant sind unter anderem Stellungnahmen, Schriftenreihen und Fachveranstaltungen unter dem Dach der Forschungsinitiative. Eng zusammenarbeiten wird FiPtec zudem mit dem Kompetenzcluster innovative Pflege (KiPf) am Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach betonte: „Die FiPtec wird im Verbund mit allen bayerischen Hochschulen und Universitäten mit pflegewissenschaftlicher Ausrichtung eine Forschungsoffensive zur ‘guten Pflege für morgen’ starten. Wir wollen damit das Wissen über Technologien in der Pflege verbessern und entsprechende Forschung koordinieren. 

Das Kompetenzcluster für innovative Pflege (KiPf) in Bad Kissingen ergänzt dabei gezielt die Überführung der Ergebnisse der FiPtec in die Pflegepraxis. KiPf wird bereits seit letztem Herbst vom Freistaat mit rund 4,4 Millionen gefördert. Dieser enge Schulterschluss zwischen Forschung und Anwendung ist ein Kernmerkmal unserer HighCare Agenda.“

Digitalisierung praxisnah gestalten
Neben der Vernetzung setzt FiPtec gezielt auf den Dialog mit der Praxis. 

„Wir wollen mit Pflegefachkräften in Bayern ins Gespräch kommen, um digitale Bedarfe von Personen sowie von Einrichtungen zu erfassen und gezielte bei der digitalen Transformation zu unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Mario Jokisch, Wissenschaftlicher Leiter des BZPD, an dem die Forschungsinitiative angesiedelt ist.

Darüber hinaus wird eine Fortbildungsoffensive zur Digitalisierung in der professionellen Pflege initiiert. „Deshalb entwickeln wir für Pflegefachpersonen ein Schulungsprogramm und ein Zertifizierungsverfahren, damit jede Einrichtung perspektivisch auf eine Pflegetechnikexpertin oder einen Pflegetechnikexperten zurückgreifen kann“, so Jokisch. Eine weitere Säule der Initiative ist die wissenschaftliche Untersuchung der Innovationsbereitschaft und Innovationsfähigkeit in der professionellen Pflege.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach resümierte: „Mit der FiPtec investieren wir nicht nur in Forschung, sondern auch in die Zukunft der Pflege in Bayern. Wir stärken den Wissenschaftsstandort, wir fördern Innovation und wir unterstützen Pflegefachpersonen in ihrem anspruchsvollen Berufsalltag. Vor allem aber senden wir eine klare Botschaft: Digitalisierung in der Pflege muss den Menschen dienen – nicht umgekehrt.“

Die FiPtec wird mit einer zentralen Geschäftsstelle am Bayerischen Zentrum Pflege Digital ausgestattet und hat eine Projektlaufzeit von knapp vier Jahren bis zum 31. August 2029.

Foto: V. l. n. r.: Dr. Rainer Hutka, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie vom Bayerischen Zentrum Pflege Digital Prof. Dr. Mario Jokisch, Alexander Karl, Dr. Florian Fischer und Dr. Jana Brix; Bildnachweis: StMG/Tobias Blaser

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