Artikel

  1. Hochschule Kempten
  2. Hochschule
  3. Aktuelles

09.02.2026

Open-Source-Technologie für die Wasserstofferzeugung

Forschungsprojekt „OpenAEM-KLX“ an der Hochschule Kempten gestartet

 

Zwei blaue Einmalhandschuhe tragende Hände halten eine Brennstoffzelle.

Mit dem Forschungsprojekt „OpenAEM-KLX: Open-source Stack für die AEM-Elektrolyse mit hoher Leistungsdichte“ startet an der Hochschule Kempten ein neues Vorhaben zur Entwicklung von neuartigen Elektrolyseuren für die Wasserstoffproduktion. Ziel ist die Entwicklung eines gut industrialisierbaren Elektrolysestacks, der zuverlässig, leistungsstark und kosteneffizient Wasserstoff für kleine und mittlere Energieanlagen erzeugt. Das Projekt, das kürzlich am IFA – Institut für Innovative Fahrzeugantriebe gestartet ist, wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit einem Betrag von 986.543,48 Euro gefördert.

Wasserstoff flexibel und bezahlbar erzeugen
Elektrolyseure mit Anionen-Austausch-Membran (AEM) können Strom aus erneuerbaren Quellen flexibel in Wasserstoff umwandeln. Bisher sind solche Anlagen meist klein, teuer und schwer industriell herzustellen. OpenAEM will genau das ändern: Mit einem offenen, standardisierten Stack sollen größere Leistungen effizient und kostengünstig realisierbar werden.

Industrialisierbarer Stack auf Automotive-Standard
Der Stack basiert auf erprobten Herstellungsprozessen aus der Brennstoffzellentechnik und wurde zuvor als Entwicklungsplattform im Rahmen des Projekts „HyFaB“ vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) entwickelt. Durch den Einsatz kostengünstiger Materialien, den Verzicht auf Edelmetalle und PFAS sowie optimierte Herstellungsprozesse sollen hohe Leistungsdichten und bislang unerreicht niedrige spezifische Stack-Kosten erreicht werden.

Praxisnahe Tests und skalierbare Lösungen 
In Kempten entsteht ein Teststand, an dem die Stacks unter realistischen Bedingungen auf Effizienz und Lebensdauer geprüft werden. Der Open-Source-Ansatz macht die Technologie flexibel nutzbar und fördert die industrielle Serienproduktion. OpenAEM zeigt, wie Wasserstoffproduktion künftig kostengünstig, effizient und dezentral möglich ist. Hiermit geht die Hochschule Kempten einen wichtigen Schritt für die Energiewende und den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft. 

„In OpenAEM-KLX wollen wir erforschen, inwiefern erprobte Technologien und Prozesse, die wir aus der mobilen Brennstoffzelle schon gut kennen, auf die AEM-Elektrolysetechnologie übertragbar sind. Dies könnte zu massiven Kostensenkungen bei der Herstellung von Elektrolyseuren führen“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Matthias Klingele.  

Das Projekt „OpenAEM-KLX“ ist im Februar 2026 gestartet und hat eine Laufzeit bis Januar 2027. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im 7. Energieforschungsprogramm (Förderkennzeichen 03SFL007).

Weitere Informationen: 
https://forschung.hs-kempten.de/forschungsprojekt/822-openaem-klx

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Matthias Klingele
Tel.: 0831 2523-635 | matthias.klingele(at)hs-kempten.de 

Über das IFA – Institut für Innovative Fahrzeugantriebe
Das IFA – Institut für Innovative Fahrzeugantriebe der Hochschule Kempten ist eine anwendungsorientierte, interdisziplinäre Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie. Als Technologietransferzentrum begleitet und unterstützt es Industriepartner bei der Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Antriebstechnologien in den Bereichen Elektromobilität und Wasserstoff sowie vernetzte Mobilität.

Foto: Beispielhafte Darstellung von „OpenAEM-KLX“; Bildnachweis: Hochschule Kempten – Susanne Mölle

Zurück