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14.01.2026

Wenn Einheimische den Tourismus mitgestalten

Forschungsprojekt „ERDDE“ gestartet

Ansicht der Füssener Innenstadt

Mit dem neuen Forschungsprojekt „ERDDE – Erprobung und Bewertung innovativer digitaler Beteiligungsformate für die datengestützte Destinationsentwicklung“ startet die Hochschule Kempten einen pilothaften Ansatz, um Bürgerinnen und Bürger stärker und effizienter in die nachhaltige Entwicklung touristischer Destinationen einzubinden. Am Beispiel der Stadt Füssen wird untersucht, wie digitales Feedback der lokalen Bevölkerung als wertvolle Ressource für eine zukunftsfähige Tourismuspolitik genutzt werden kann. ERDDE wird am INIT – Institut fürNachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung der Hochschule Kempten am Standort Füssen, unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Keller durchgeführt. Gefördert wird das Vorhaben vom Bayerischen Zentrum für Tourismus e.V.(BZT) für ein Jahr mit bis zu 49.986,00 Euro.

Bevölkerung im Tourismus mitsprechen lassen 
Verkehrsprobleme, überfüllte Städte oder die Verknappung von Wohnraum: Touristische Aktivitäten können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung haben. Damit Tourismus langfristig akzeptiert bleibt und erfolgreich gestaltet werden kann, müssen die Bedürfnisse, Sorgen und Erwartungen der Einheimischen frühzeitig gehört und berücksichtigt werden. Eine Möglichkeit hierfür sind Bürgerpanels, bei denen die Bevölkerung regelmäßig und strukturiert in Entscheidungsprozesse eingebunden wird.  

Pilothafte Umsetzung eines Bürgerpanels in Füssen
Das Projekt ERDDE erprobt und bewertet ein solches Bürgerpanel unter enger Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Im Sinne einer Machbarkeitsstudie soll demonstriert werden, wie tourismuspolitische Entscheiderinnen und Entscheider zeitnahes, datengestütztes Feedback zum subjektiven Tourismuserleben der lokalen Bevölkerung erhalten können. Ziel ist es, lokales Wissen ebenso wie Wünsche und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger systematisch zu erfassen und für eine nachhaltige Destinationsentwicklung nutzbar zu machen.

Im Rahmen eines Methodenexperiments werden ausgewählte Stichprobenverfahren sowie digitale Befragungs- und Beteiligungstools eingesetzt. Diese werden unter anderem hinsichtlich Rücklaufquote, Repräsentativität, Panelmortalität und Wirtschaftlichkeit wissenschaftlich bewertet.

Skalierbarer Ansatz für bayerische Destinationen 
Der im Projekt entwickelte Ansatz soll zeit- und kosteneffizient, regional übertragbar und skalierbar sein. ERDDE adressiert damit bestehende Umsetzungs- und Erkenntnislücken im Bereich der Bürgerbeteiligung und zeigt auf, welches Potenzial plattformbasierte Beteiligungsformate für die nachhaltige Entwicklung von Destinationen und Lebensräumen in Bayern besitzen.

„Eine Destination ist immer zugleich Lebens- und Urlaubsraum. Daher wollen wir Methoden entwickeln und prüfen, die touristische Destinationen dabei unterstützen, ihre Bewohner in Prozesse einzubeziehen. Denn Tourismus ist nur zukunftsfähig, wenn auch die Einheimischen eine Stimme bekommen“, betont Prof. Dr. Robert Keller.

Die Projektdauer endet im November 2026. Projektpartner ist das Bayerische Zentrum für Tourismus e.V. Weitere Informationen zu ERDDE:
https://kefis.fza.hs-kempten.de/de/forschungsprojekt/950-erdde 

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Robert Keller 
Tel.: +49 (0) 831-2523-9518 | robert.keller(at)hs-kempten.de

Über das INIT – Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung
Das INIT – Institut für Nachhaltige und Innovative Tourismusentwicklung der Hochschule Kempten am Standort Füssen ist eine anwendungsorientierte, interdisziplinäre Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie. Ziel aller Forschungsvorhaben ist die Verbesserung der Interaktion von Mensch und Technik in komplexen Lebens-, Arbeits- und Freizeiträumen im Allgäu und den angrenzenden Gebieten.

Foto: Ansicht der Füssener Innenstadt; Beispielhafte Darstellung von ERDDE; Bildnachweis: Sina Ettmer_AdobeStock_465030422

 

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