Artikel

  1. Hochschule Kempten
  2. Hochschule
  3. Aktuelles

06.02.2025

Rückblick Allgäuer Tourismusgespräche: Besuchermanagement - Quo vadis?

Die ersten Allgäuer Tourismusgespräche in 2025 haben eindrucksvoll gezeigt, wie datenbasierte Innovationen den Tourismus nachhaltiger und smarter gestalten können.

v. links: Dr. Johannes Schubert, Dr. Dirk Schmücker, Prof. Dr. Guido Sommer, Prof. Dr. Robert Keller (Quelle: INIT Füssen)

Die ersten Allgäuer Tourismusgespräche im Jahr 2025 haben eindrucksvoll gezeigt, wie datenbasierte Innovationen den Tourismus nachhaltiger und smarter gestalten können. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ergebnisse aus drei Jahren angewandter Forschung zu Besuchermanagement, Mobilitätskonzepten und den Herausforderungen des Klimawandels für touristische Destinationen.

Ein zentraler Themenschwerpunkt war das KI-gestützte Besuchermanagement. Smarte Sensorik und datenbasierte Modelle ermöglichen inzwischen präzisere Vorhersagen für Besucherströme. Die Vorstellung des Projekts AIR verdeutlichte, wie digitale Technologien zur Steuerung und Entzerrung von Besucherbewegungen eingesetzt werden können.

Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt war der Flexible Erlebnisbus FEB-NAFV, der als nachhaltige Alternative zum motorisierten Individualverkehr entwickelt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass 50 Prozent der Fahrgäste ohne das Angebot mit dem Auto angereist wären, während 40 Prozent ihre Reise ohne diese Möglichkeit gar nicht angetreten hätten. Dies unterstreicht die positive Lenkungswirkung solcher innovativen Mobilitätslösungen.

Diskutiert wurde auch die Effektivität verschiedener Lenkungsmaßnahmen im Tourismus. Während Informationskampagnen nur begrenzte Wirkung zeigen, haben Reservierungssysteme in stark frequentierten Regionen deutlich mehr Einfluss auf Besucherströme. Zudem zeigte sich, dass nicht immer die Besucherzahlen selbst problematisch sind, sondern oft ein „Under-Management“ der Infrastruktur dazu führt, dass Orte als überfüllt wahrgenommen werden.

Der Klimawandel stellt den Tourismus ebenfalls vor neue Herausforderungen. Die steigende Anzahl an Hitzetagen beeinflusst das Reiseverhalten und erfordert eine stärkere Einbindung des Besuchermanagements in Klimaresilienz-Strategien.

Ein besonderer Dank gilt den Referenten Prof. Dr. Guido Sommer, Dr. Johannes Schubert, Prof. Dr. Robert Keller (alle INIT Füssen) und Dr. Dirk Schmücker (NIT Kiel), die mit ihren Vorträgen wertvolle Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Lösungsansätze gegeben haben. Ebenso bedanken wir uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die spannende Diskussion und den anregenden Austausch.

Die Allgäuer Tourismusgespräche haben einmal mehr gezeigt, dass die Zukunft des Tourismus in einer Balance aus Innovation, Nachhaltigkeit und Kooperation liegt. Wir freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung!

Zurück