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18.07.2025

Virtuelle Inbetriebnahme im Fokus: Netzwerktreffen bringt Industrie und Forschung zusammen

Am 17. Juli 2025 fand bei Allgäu Digital in Kempten ein Netzwerktreffen zur Virtuellen Inbetriebnahme (VIBN) statt, organisiert vom Institut für Produktion und Informatik (IPI) der Hochschule Kempten. Rund 90 Teilnehmende aus Industrie und Wissenschaft kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, praxisnahe Anwendungen und zukünftige Potenziale digitaler Zwillinge und virtueller Inbetriebnahmen auszutauschen.

Podiumsdiskussion aller Vortragenden. Foto: Ronja Tennigkeit / HS Kempten / IPI.

Im Mittelpunkt standen sechs Fachvorträge verschiedener Industrieunternehmen, die ihre individuellen Strategien und Erfahrungswerte beim Einsatz virtueller Inbetriebnahme präsentierten.
Felix Ferle und Peng Liu von der BMW AG zeigten, wie VIBN in der Schulung von Mitarbeitenden eingesetzt wird – sowohl begleitend zur Produktion als auch bereits vor dem Aufbau realer Anlagen, etwa zur Simulation von Störungen oder Prozessabläufen.
Jens Renner von der CHIRON Group SE veranschaulichte, wie VIBN in der Softwareentwicklung eingesetzt wird, um Testprozesse zu automatisieren und Fehler frühzeitig zu identifizieren.
Einen weiteren praxisnahen Einblick bot Fabian Holderied von pester pac automation GmbH, wo virtuelle Modelle sowohl in der Angebots- und Konzeptvisualisierung als auch in der risikofreien Entwicklung von Sonderfunktionen genutzt werden. Auch für Schulung und interdisziplinäre Kommunikation spielt VIBN dort eine wichtige Rolle.
Roman Langen von der BBS Automation GmbH stellte den Einsatz im Sinne des Simultaneous Engineering vor: Durch parallele Entwicklungsprozesse lassen sich Projektdurchlaufzeiten deutlich verkürzen.
Simon Keppler und Marcel Lutz von den GROB-WERKEN GmbH & Co. KG thematisierten den Weg zur erfolgreichen VIBN-Integration – von der Prozessvorbereitung und IT-Infrastruktur bis zur Qualifikation der Mitarbeitenden. Sie zeigten auf, welche Stolpersteine und Widerstände auftreten können und unter welchen Bedingungen sich der Einsatz wirtschaftlich lohnt.

Das Team Digitale Produktion des IPI, vertreten durch Institutsleitung Prof. Bernd Lüdemann-Ravit sowie die Projektmitarbeitenden Jonas Heller, Alexander Haas, Pooja Kumari Gupta und Simon Seibt, präsentierte eigene Forschungsergebnisse zur Integration von VIBN in der Lehre und zur Weiterentwicklung digitaler Zwillinge. Thematisiert wurden dabei Lizenz- und Versionsmanagement, die Struktur einer Digital Twin Architecture sowie der Einsatz virtueller Modelle zur Taktzeitreduzierung – bis hin zum Ausblick auf Anwendungen im Industrial Metaverse. Das Netzwerktreffen machte deutlich: Virtuelle Inbetriebnahme ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits heute ein zentraler Bestandteil moderner Entwicklung und Produktion.

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